Klimawissenschaftliche Grundlage

1. Es wird wärmer.

Die durchschnittliche Jahresmitteltemperatur ist heute schon 1° Celsius höher als im Vergleich zum vorindustriellen Niveau und ein weiterer Anstieg von 0,5° Celsius bereits gesichert. 1° klingt erstmal nicht nach einer starken Erhöhung, aber der gering anmutende Temperaturunterschied markiert den schmalen Grad zwischen Leben und Tod für Tausende Menschen.

2. Es liegt an uns.

Der Klimawandel ist menschengemacht, hauptsächlich durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe. Die steigenden Temperaturen korrelieren nahezu exakt mit der Freisetzung von Treibhausgasen.

Vor dem 18. Jahrhundert, als die Menschen im sich industrialisierten Westen mit der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas begannen, enthielt unsere kostbare Atmosphäre etwa 280 ppm (Teile pro Million) Kohlendioxid. Das sind die Bedingungen unter denen sich die Zivilisation auf der Erde entwickelt hat und an die das Leben auf der Erde angepasst ist.

Heute ist der Ge- und Verbrauch fossiler Brennstoffe allgegenwärtig und die Menge an Kohlenstoff in der Atmosphäre ist durch die Decke gegangen – momentan beträgt der atmosphärische CO2-Gehalt gut 400 ppm.

CO2 Levels in den vergangenen 420.000 Jahren – beachtenswert der Peak am Ende. Quelle: Scripps Institution of Oceanography

Der gleichzeitige rasante Anstieg der Nachfrage nach tierischen Produkten in den reicheren Ländern der Erde zieht einen enormen Anstieg anderer Treibhausgase wie Methan und Lachgas nach sich. Der Anteil der Landwirtschaft an den globalen Emissionen beträgt 15 %. Die Verbrennung fossiler Rohstoffe macht nichtsdestotrotz den größten Anteil aus und ist für 57 % der globalen Emissionen verantwortlich. Dieser Fakt wird dadurch verschlimmert, dass CO2 viel länger in der Atmosphäre aktiv bleibt als Methan und andere Treibhausgase.

Die Unternehmen der fossilen Brennstoffindustrie bedienen sich an den Kohlenstoffreserven von Millionen von Jahren, einst unter der Erde angereichert und nun in die Atmosphäre entlassen. Zum ersten Mal in mindestens 2,5 Millionen Jahren überschritt die CO2-Konzentration in der Atmosphäre im Jahr 2014 den Wert von 400 ppm. Fossile Brennstoffe im Boden zu lassen, ist der wichtigste und größte Schritt, den wir machen können, um ein Fortschreiten des Klimawandels zu verhindern.

3. Wir sind uns sicher.

Eine überwältigende Mehrheit von 97 % der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stimmen darüber überein, dass der Klimawandel von menschengemachten Treibhausgasemissionen verursacht ist. Es gibt keine nennenswerte Debatte über diese wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels.

Internes Papier von Exxon, in dem bereits 1981 festgehalten wurde, dass CO2 verantwortlich für den Klimawandel ist. Mehr Infos: http://exxonknew.org/

Die Erkenntnis, dass mehr CO2 in der Atmosphäre zu einer Erwärmung des Klimas führt, datiert zurück in die 1860er Jahre. Attacken auf die Glaubwürdigkeit der Klimawissenschaft werden von eigennützigen Interessen aufrecht erhalten, inklusive der fossilen Brennstoffindustrie, die Millionen von Dollar in die Schaffung von Unsicherheiten bezüglich unseres Verständnisses über den Klimawandel gepumpt hat.

 

Der Ölriese Exxon wusste bereits in den 1970er Jahren Bescheid über die Effekte des Klimawandels, fand aber heraus, dass Gegenmaßnahmen seinen Gewinnzielen abträglich wären. Als Konsequenz schloss sich der Konzern einer industrieweiten Attacke auf die Wahrheit an, aus der eine falsche Debatte hervorging, die für Dekaden wirksames Handeln verhinderte. Heute wissen wir, dass Exxon und andere Konzerne wie Shell Maßnahmen ergriffen, um ihre eigene Infrastruktur vor dem Klimawandel zu schützen – während sie Maßnahmen zum Schutz der restlichen Menschheit verhinderten.

Es ist wichtig, dass wir auf indigenes, lokales und traditionelles Wissen vertrauen. An vielen Orten der Welt teilen die Stammesältesten und Gemeindevorsteherinnen und -vorsteher ihr Verständnis davon, wie Ökosysteme sich verändern.

Wenn wir auf Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen und die Frontlinecommunities hören, anstatt den Täuschungen der fossilen Brennstoffindustrie zu erliegen, ist die Botschaft klar: Menschen tragen die Verantwortung für das rasante Fortschreiten des Klimawandels, der schon heute weltweit teure Auswirkungen hat. Der beste Weg, um ihn aufzuhalten, ist es, fossile Brennstoffe im Boden zu lassen.

4. Es ist schlimm.

Ein Grad Erwärmung hatte bereits verheerende Auswirkungen auf der ganzen Welt.

Weltkarte von Klimaauswirkungen von climatesignals.org

Globale Ernteerträge sind um 10 % zurückgegangen, was auf Hitzewellen und Überflutungen zurückzuführen ist, die klar mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehen. Das Resultat: Hunger und Vertreibung. Über eine Million Menschen, die in Küstennähe leben, waren gezwungen aufgrund des steigenden Meeresspiegels und stärkerer Stürme ihre Heimat zu verlassen und weitere Millionen werden in den kommenden Jahren keine Alternative zur Flucht haben.

Die Klimawissenschaft hat sich in den vergangenen Jahren sehr stark weiterentwickelt, und es ist heute für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möglich, ganz klar aufzuzeigen, welchen Anteil der Klimawandel an extremen Wetterereignissen und anderen Phänomenen in der Natur hat: extreme Hitze, Erwärmung und Versauerung der Meere, Stürme, ansteigender Meeresspiegel und schmelzendes Eis sowie Veränderungen von Lebensräumen für Menschen und Tieren.

5. Wir können etwas tun!

Die grundlegenden Fakten des Klimawandels sind düster: 80 % der Reserven fossiler Brennstoffe müssen im Boden bleiben, um eine Erderwärmung auf 2° Celsius* zu begrenzen und die Unternehmen der fossilen Brennstoffindustrie werden das nicht kampflos zulassen.

Die gute Nachricht ist:

  • Wir wissen genau, was wir machen müssen: Fossile Brennstoffe im Boden lassen und so schnell wie möglich den Übergang zu erneuerbaren Energien realisieren.
  • Erneuerbare Energie wird von Tag zu Tag billiger und beliebter. Tatsächlich hat sich der globale CO2-Ausstoß bereits verlangsamt aufgrund des rasanten Wachstums sauberer Energie.
  • Wir sind nicht alleine: Die weltweite Bewegung gegen den Klimawandel und die fossile Brennstoffindustrie nimmt weiter Fahrt auf und wird jeden Tag stärker.

* NB: Selbst wenn wir es schaffen, 80% der fossilen Brennstoffe im Boden zu belassen, wird eine um 2 Grad wärmere Welt ein total veränderter, beängstigender Ort sein. Momentan sind wir erst bei +1°C und wir erleben schon mehr Stürme, Überflutungen und Dürren und die ersten Inselstaaten versinken bereits im Meer. +2°C bedeutet eine große Menge an menschlichem Leiden und fürchterlichen Schaden für den Planeten Erde.

Originaltext: Climate Sciene Basics, 350.org

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