Starke Signale für eine gerechte Klimapolitik– Unsere Erlebnisse und Eindrücke der Proteste zum Auftakt der COP 23 in Bonn

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Unsere Forderung vor dem Tagebau Hambach

Tausende von Menschen aus aller Welt haben sich am Wochenende vor der Eröffnung der 23. UN-Klimakonferenz in Bonn eingefunden, um an die Abgeordnete zu appellieren, sich für den sofortigen Ausstieg aus fossilen Energieträgern stark zu machen. Die Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen geht mit hohen CO2-Emissionen einher; die Verbrennung von Braunkohle ist die mit Abstand klimaschädlichste Form der Stromgewinnung. Dennoch müssen nach wie vor Menschen im rheinischen Braunkohlerevier ihre Heimat verlassen, um den Baggern der RWE Platz zu machen, die die Erde aufreißen, auf der einst ihre Häuser standen. Bis 2045 soll die gesamte Kohle im Rheinland abgebaut sein. Wenn tatsächlich all diese Kohle abgegraben und verstromt wird, besteht keine Chance die Klimaerwärmung unter 2 °C zu halten, wie es das Pariser Abkommen vorsieht!

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25.000 Menschen demonstrieren für Klimagerechtigkeit und Kohleausstieg

Daher zogen am Samstag rund 25.000 Menschen mit Bannern und Parolen unter dem Motto „Klima schützen – Kohle stoppen“ durch die Bonner Straßen, um zu signalisieren, dass wir den Ernst der Lage kennen und uns nicht mit leeren Versprechen als Resultat der Klimakonferenz abspeisen lassen.

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Eine klare Botschaft auf der Kundgebung nach der Demo

Der Sonntag begann mit einer Zeremonie der Pacific Climate Warriors. Das ist eine Klimabewegung verschiedener Frontline Communities und indigener Gemeinschaften aus dem Pazifikraum, die unter dem Banner „We are not drowning, we are fighting“ (Wir ertrinken nicht, wir kämpfen), zusammenkommen. Ihr Lebensraum wird durch die hierzulande betriebene Kohleverstromung unmittelbar gefährdet. Einige der Pazifikinseln liegen nur wenige Meter über dem Meeresspiegel.

Die Zeremonie fand in Manheim, einem kleinen Ort am Rande des Tagebaus Hambach statt, der umgesiedelt wird um der sich ausbreitenden Mine Platz zu machen.

Bereits über 40.000 Menschen wurden im Rheinland zu Gunsten des Klimakillers Braunkohle aus ihrem Zuhause vertrieben, über 100 Siedlungen von den Kohlebaggern der RWE verschluckt. Da die Böden in der betroffenen Region aus Parabraunerden bestehen, die sich durch ihre besondere Fruchtbarkeit auszeichnen, ist die Umsiedlung und Zerstörung der Landschaft auch ein besonders herber Verlust für die Landwirtschaft. Dass der Erhalt einer derart wertvollen Landschaft und Heimat Tausender Menschen zweitrangig ist und sich den umweltschädlichen Interessen eines einzigen Energiekonzerns beugen muss, ist erschütternd. Vor allem vor dem Hintergrund des Pariser Abkommens, dessen Einhaltung nur durch den Verzicht auf fossile Energieträger gewährleistet werden kann, stellt sich die Umsiedlung dieser Dörfer durch die RWE Power AG als vollkommen ungerechtfertigt dar.

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Antje Grothus von der Initiative Buirer für Buir bedankt sich bei den Pacific Climate Warriors für die inspirierende Zeremonie

So wurde durch die Zeremonie der Pacific Climate Warriors, in die auch zwei Aktivistinnen aus Klimabewegungen in Deutschland einbezogen wurden, unsere Verbundenheit im Kampf um unsere Lebensräume ausgedrückt. Der Kohleabbau, zu dessen Gunsten immer wieder Menschen aus ihrer Heimat vertrieben werden, ist auch einer der Hauptgründe dafür, dass der Lebensraum der Menschen im Pazifik durch Klimakatastrophen und den steigenden Meeresspiegel massiv bedroht ist. Überall auf der Welt verlieren Menschen ihr Zuhause, weil ein paar Wenige um jeden Preis mit der altmodischen und überholten Technologie der Kohleverstromung Profit machen. Daher wird die Forderung nach Klimagerechtigkeit immer lauter.

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Nicht nur die Ortschaft Manheim, sondern auch der Hambacher Forst, die ehemals größte Waldfläche  im Rheinland, müssen diesem gigantischen Tagebau weichen

Bislang hat Deutschland es geschafft, sein Image als Energiewendevorreiter aufrecht zu erhalten. Und das, obwohl das rheinische Braunkohlerevier in unmittelbarer Nähe des Austragungsorts der Klimakonferenz die größte CO2-Quelle Europas ist!

Um diese Farce zu demaskieren, haben sich einige Aktivist*innen der Aktion „Ende Gelände“ angeschlossen und sind in den Hambacher Tagebau eingedrungen. Die entschlossenen Umweltschützer*innen stellten sich der Polizei entgegen und kämpften sich ihren Weg durch Gräben und über Wehre zu den Baggern vor, um deren Stillstand zu erzwingen. So wurde zum einen Aufmerksamkeit dafür geschaffen, dass Deutschland keinesfalls so klimafreundlich ist, wie es sich darstellt und noch viel Arbeit mit der Energiewende vor sich hat. Zum anderen wurde signalisiert, dass die Klimaaktivist*innen sich nicht davor scheuen, den Kohleausstieg selbst in die Hand zu nehmen, sollten die Regierungsvertreter*innen sich auf kein erfolgsversprechendes Regelwerk zur Umsetzung des Pariser Abkommens einigen können, zu dem unter anderem der vorzeitige Kohleausstieg gehört.

Wir sind sehr froh, bei den Protesten im Vorfeld der COP 23 dabei gewesen zu sein und zu spüren, wie stark die Klimaschutzbewegung ist! Wir hoffen, dass dies auch bei den aktuell tagenden Regierungsvertreter*innen angekommen ist und blicken gespannt auf den Ausgang der Konferenz. In jedem Fall wird am 11.11.17 noch einmal kräftig demonstriert, für ein Klima der Gerechtigkeit! Informationen zur Demo am 11.11 findet ihr hier:

https://www.facebook.com/DemoKlimakonferenz/

Wer mit nach Bonn kommen möchte aber nicht weiß, wie und mit wem, kann sich gerne bei uns melden. Je mehr und lauter wir sind, desto besser! Am besten erreicht ihr uns über unsere Facebook-Seite:

https://www.facebook.com/FossilFreeStuttgart/

Dort findet ihr noch weitere Eindrücke, unter anderem auch Videos, vom vergangenen Wochenende.

Gerne könnt ihr auch zu unserm nächsten Treffen am Montag, den 13.11. um 18:30 Uhr im Buschpilot kommen. Wir freuen uns auf Euch!

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Filmabend: ThuleTuvalu / Demos und Aktionen zur COP 23

17.10.2017
19:30 Uhr, Filmbeginn um 20 Uhr
Umweltzentrum in der Rotebühlstraße 86/1, Stuttgart
Freier Eintritt

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Die beiden Staaten Thule und Tuvalu sind durch den Klimawandel auf unheilvolle Weise verbunden: In Thule auf Grönland schmilzt das arktische Eis, während auf der Inselgruppe Tuvalu im Pazifischen Ozean der steigende Meeresspiegel die Bewohnerinnen und Bewohner bedroht.

Der Dokumentarfilm des Schweizer Regisseurs Matthias von Gunten zeigt die Folgen der globalen Erwärmung für die Menschen an den beiden Orten, die so weit von einander entfernt sind und deren Leben doch durch den gleichen Grund ins Wanken geraten.

Nicht nur geographische ist Tuvalu also der Republik Fidschi nahe, die die Präsidentschaft der Klimakonferenz innehat, die vom 6. bis 17. November 2017 in Bonn stattfinden wird. Mit der Veranstaltung wollen wir auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen und für die zur COP 23 stattfindenden Aktionen mobilisieren. Außerdem werden wir einen kleinen Einblick in das Thema Divestment und die Aktivitäten der lokalen Klimaschutzgruppe Fossil Free Stuttgart geben.

Hinweise zu Veranstaltungen

2.-4.11.: The 13. Conference of Youth (COY 13)
Bei der jährlichen „Conference of Youth (COY)“ treffen sich junge Leute aus der ganzen Welt, bekommen eine Einsicht in den Gipfelprozess, vernetzen sich und organisieren sich im Vorfeld des COP23. COY ist der zentrale Treffpunkt der „youth constituency“ (Jugenddelegation).
Infos hier: https://www.coy13.org/

3.-7.11.: The People’s Climate Summit (PCS)
Organisiert von einer Reihe von Bewegungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, ist der PCS ein klassischer Bewegungsgipfel. Er besteht aus größeren Abendveranstaltungen (3. – 5.11.), Workshops und Open Spaces (6. – 7.11.). Ziel ist ein Zusammenkommen von verschiedenen Bewegungen, um das Thema Klimagerechtigkeit in Bonn zu stärken. Workshops können bis zum 17. September eingereicht werden.
Infos hier: https://pcs2017.org/en/

4.11.: Klimademo I
Die traditionelle zivilgesellschaftliche Demonstration wird am Samstag vor Beginn des Gipfels stattfinden. Es soll ein familienfreundlicher Raum für Menschen allen Alters und aller Fähigkeiten geschaffen werden. Die Details folgen – der Hauptfokus wird auf Kohleabbau und Klimagerechtigkeit liegen. Das Motto ist: Fight for climate justice – draw a red line against coal! (Kämpfe für Klimagerechtigkeit – rote Linien gegen Kohle!)
Infos hier: http://www.klima-kohle-demo.de/english/

3. – 5.11.: Ende Gelände – Ziviler Ungehorsam gegen Kohle
Im Zeitraum vom 3. – 5.11. und damit kurz bvor dem Beginn des Gipfels wird Ende Gelände mit massenhaften Aktionen des zivilen Ungehorsams für einen Tag einen der großen Braunkohletagebaue in der Nähe blockieren. Hiermit knüpft Ende Gelände an die Erfolge der Blockaden von 2015, 2016 und 2017 an. Details folgen.
Infos hier: https://www.ende-gelaende.org/

5. 11. Solidaritätsaktion
Um den Auftakt der Ende Gelände-Aktion einzuläuten, werden internationale Aktivist*innen und zivilgesellschaftliche Gruppen sich für eine Zeremonie der Pacific Climate Warriors versammeln. Die Aktion soll eine auf Gerechtigkeit und Solidarität beruhende Verbindung schaffen mit denen, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. Dieses Jahr bietet die Präsidentschaft der Fidschi-Inseln den Menschen aus dem Pazifikraum die Möglichkeit, der Welt zu zeigen wie eine echte Vorreiterrolle beim Klimaschutz aussähe. Die angemeldete Zeremonie wird so nah wie möglich an den Blockaden stattfinden. Betroffene laden Bezugsgruppen ein, Symbole des Widerstands aus dem Pazifikraum mit in den Tagebau zur Aktion zu nehmen.
Infos demnächst hier: https://350.org/de/

11.11.: Klimademo II
Für den 11.11. um 11.11 Uhr ruft das Bonner Bündnis „No Climate Change“ zum Karnevalsbeginn auf zur Demo mit karnevalistischen Elementen „Schluss mit dem faulen Zauber! Wir treiben die bösen Geister des Klimawandels aus!“ Die Demoroute geht durch die Bonner Innenstadt.
Mehr dazu hier: http://www.no-climate-change.org/

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Anlässlich der herannahenden Bundestagswahl haben wir die KandidatInnen Ute Vogt (SPD), Stefan Kaufmann (CDU), Anna Christmann (GRÜNE) und Bernd Riexinger (LINKE)  eingeladen, um ihre Lösungsansätze zur Zukunft des Verkehrs vor dem Hintergrund des Klimawandels zu hören und zu diskutieren.

Wir freuen uns sehr über euer Kommen und Mitgestalten der Diskussionsrunde!

Die Moderation übernimmt Sylvia Pilarsky-Grosch (Landesgeschäftsführerin des BUND).

Wann? Am Dienstag, 12. September. Ab 18 Uhr besteht im Saal die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch mit den KandidatInnen und den Veranstaltern.
Um 19 Uhr beginnt die Podiumsdiskussion.

Wo? Bürgerzentrum West-Stuttgart
Bebelstraße 22, 70193 Stuttgart, Linien U2 und U9 (Haltestelle Schwab-Bebelstraße)

Der Eintritt ist frei, wir freuen uns über eine Spende.

Veranstalter: BUND Kreisverband Stuttgart, Greenpeace Stuttgart, KUS (Klima- und Umweltbündnis Stuttgart), Naturfreunde Stuttgart, VCD Stuttgart, Fossil Free Stuttgart

Unsere Petition erreicht das Staatsministerium

Staatsminister Klaus-Peter Murawski (Mitte) nimmt sein Kunstwerk und unsere Petition entgegen. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg

Heute war Fossil Free Stuttgart zu Besuch im Staatsministerium von Baden-Württemberg. In der wunderschön gelegenen Villa Reitzenstein empfing uns Klaus-Peter Murawski zu einem einstündigen Gespräch. Der Staatsminister und Leiter der Staatskanzlei ist Mitglied des Aufsichtsrats der LBBW und seiner Einschätzung nach ist der Klimawandel die größte Herausforderung, der wir uns heutzutage stellen müssen. Damit scheint unser Anliegen, nämlich die Forderung an die LBBW, Schluss zu machen mit Risikogeschäften auf Klimakosten, bei ihm an der richtigen Adresse zu sein!

Zu dem Treffen haben wir eure fast 10.000 Stimmen aus der Petition an die LBBW (noch nicht unterzeichnet? Dann los!) mitgenommen und dem Minister ein Kunstwerk aus unserer Serie „ZAHLEN!“ überreicht. Mit ihrer Beteiligung an konventionellen Energiekonzernen wie Shell und RWE trägt die LBBW zu Umweltverschmutzung, Klimazerstörung und Verletzung der Menschenrechte bei – und nimmt auch noch unberechenbare finanzielle Risiken in Kauf.

Während des konstruktiven Gesprächs, an dem auch zwei Finanzberater aus der Staatskanzlei teilnahmen, sagte Klaus-Peter Murawski uns zu, dass er dem Vorstandsvorsitzen der LBBW Rainer Neske unsere Petition vorlegen werde. Wir sind gespannt, wie dieser darauf reagieren wird. Auch für ihn haben wir ein Gemälde, das Teil der Serie ist, die darstellt, wie selbstverständlich und gedankenlos die fossile Brennstoffindustrie Ressourcen verbraucht, fette Gewinne einfährt und gleichzeitig die Umweltkosten externalisiert. Das Engagement der Landesbank in klimaschädigende Unternehmen muss so schnell wie möglich enden, dafür setzen wir uns auch weiterhin ein. Denn auch wir denken: Der Klimawandel ist die größte Bedrohung unserer Zeit.

Während Tausende Menschen die Massenaktion des zivilen Ungehorsams im Rheinland unter Einsatz ihres Körpers unterstützen, ins Kohlerevier aufbrechen, um sich auf Transportgleise zu setzen oder in den Tagebau gehen, kämpfen wir auf politischer Ebene für die Energiewende und Klimagerechtigkeit. An verschiedenen Stellen und auf ganz unterschiedliche Arten vereint uns das gemeinsame Ziel, dass diejenigen, die schon jetzt vom Klimawandel betroffen sind, nicht noch mehr leiden und damit ihre Kinder, Nichten, Neffen und Enkel eine sicher Zukunft ohne Klimachaos haben werden.

Beamtenpensionen: BW reduziert Investitionen in Kohle, Öl und Gas

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(c) Michél Laborda

Die € 3,8 Mrd. schwere Versorgungsrücklage der Beamtinnen und Beamten des Landes Baden-Württemberg wird nachhaltiger. Am 04. August 2017 fiel die Entscheidung, Kapitalanlagen aus dem Kohle- und Ölsektor abzuziehen, weil diese ein klimaschädliches Geschäftsmodell verfolgen.

„Diese Entscheidung ist ein guter Anfang. Im Vergleich mit den neuen Anlagerichtlinien Bremen und Berlins greifen sie aber viel zu kurz und erlauben weiterhin Investitionen in klimaschädliche Unternehmen”, so Pauline Zimmermann von Fossil Free Stuttgart.

Zukünftig werden Unternehmen aus dem Portfolio ausgeschlossen, die an der Förderung von Kohle und Öl verdienen. In dem Entschluss werden außerdem nur Erdgasunternehmen ausgeschlossen, die unkonventionelle Fördermethoden oder Fracking betreiben. Das ist problematisch, denn um die globale Erderwärmung auf unter 2°C zu begrenzen, müssen mehr als die Hälfte der bereits bekannten Erdgasreserven im Boden bleiben. Damit ist das Geschäftsmodell der Gasunternehmen nicht mit einem sicheren Klima vereinbar. Auch Investitionen in Unternehmen, die Kohle und Erdöl transportieren, verarbeiten und verbrennen, sind nach dem baden-württembergischen Entschluss weiterhin möglich und stehen den Pariser Klimazielen entgegen.

Nach Bremen und Berlin ist Baden-Württemberg das dritte deutsche Bundesland, welches klimafreundliche Anlagerichtlinien für die Landespensionen beschließt. Der Versorgungsfonds des Landes in Höhe von weiteren 1,5 Mrd. € ist davon allerdings nicht betroffen.

Mit der Entscheidung wird auf Landesebene fortgeführt, was die Stadt Stuttgart im Juli 2016 vorgemacht hat. Die Landeshauptstadt hatte damals Anlagerichtlinien verabschiedet, die ebenfalls den Abzug öffentlicher Gelder aus Kohle, Öl und teilweise Gas zur Folge haben.

„Das ist ein guter Schritt! Das Land Baden-Württemberg übernimmt damit Verantwortung für das Klima sowie für öffentliche Gelder und bezieht Position gegenüber Unternehmen, die von der Zerstörung des Klimas profitieren. Damit zeigt Baden-Württemberg, dass nachhaltige Geldanlagen das Modell der Zukunft sind“, so Pauline Zimmermann von Fossil Free Stuttgart.

Auch Professorin Regina Birner, die sich an der Universität Hohenheim mit globalen Fragen der nachhaltigen Entwicklung befasst, weist auf die positive Signalwirkung dieser Entscheidung hin. „Anlagerichtlinien für Investitionen, die Umwelt, Klima und soziale Kriterien berücksichtigen, sind ein wichtiges Instrument der Nachhaltigkeitspolitik. Als Landesbeamtin begrüße ich es nachdrücklich, dass Baden-Württemberg die Mittel für die Versorgungsrücklage der Beamten nun klimafreundlicher investiert“, führt Regina Birner aus.

Fossil Free Stuttgart hat seit Monaten immer wieder bei der Landesregierung nachgehakt und Finanzministerin Sitzmann an ihr Versprechen vom August 2016 erinnert. Mit öffentlichen Aktionen und Lobbyarbeit setzt sich die Gruppe momentan vor allem für das Divestment der Landesbank Baden-Württemberg ein. „Das Land hat gezeigt, in welche Richtung es geht, nun muss auch die Landesbank Farbe bekennen und sich endlich zu einem klimafreundlichen und zukunftsfähigen Umgang mit ihrem Geld entschließen“, so Zimmermann weiter.

Aktivismus liegt in der Luft!

Im Sommer 2017 gibt es unendlich viele Möglichkeiten, sich für den Klima-, Umwelt- und Naturschutz einzusetzen.

Hier haben wir eine kleine aber feine Auswahl zusammengestellt:

Aktionstreffen zum Schutz des Hambacher Waldes
Wann? 01.08.2017, 19 Uhr
Wo? Württembergischer Kunstverein, Schlossplatz 2

“Diesen Winter soll der Großteil des Restwaldes und alle Besetzungen zerstört werden. Um dies zu verhindern, brauchen wir einen breiten Widerstand, der so bunt und unterschiedlich ist, wie wir selbst. Möglichkeiten, dich einzubringen, wollen wir Dir in zahlreichen Workshops näher bringen. Komm vorbei!“

Die Veranstaltung wird unterstützt und mitorganisiert von Robin Wood und Fossil Free Stuttgart.

Link: http://www.parkschuetzer.de/termine/5380

Kletterworkshop (Hambacher Forst)
Wann? 02.08.2017, 14 Uhr
Wo? Wird noch bekannt gegeben.

Link: http://www.parkschuetzer.de/termine/5380 

Infoveranstaltung Ende Gelände
Wann? 08.08.2017, 19.30 Uhr
Wo? Umweltzentrum, Rotebühlstraße 86/1, Stuttgart

“Kohle muss im Boden bleiben, um den Klimawandel aufzuhalten. Wenn RWE seine Kohlesparte nicht bis zum 23. August stillgelegt hat, kommt Ende Gelände ins Rheinland und schneidet Kraftwerke durch Blockaden von der Kohlezufuhr ab.

Auch Stuttgart sagt: Ende Gelände! Für ein Klima der Gerechtigkeit.”

Informiere Dich bei dem Treffen, wie Du Dich einbringen kannst.

Link: https://www.ende-gelaende.org/events/infoveranstaltung-ende-gelaende/

Ende Gelände
Wann? 24. – 29. August 2017
Wo? Im Rheinischen Braunkohlerevier nahe Köln

Du überlegst, zu Ende Gelände 2017 ins Rheinland zu fahren, hast aber noch keine Bezugsgruppe? Dann komm vorbei und lerne liebe Menschen kennen mit denen Du dich zusammenschließen kannst! Es wird Gelegenheit geben, sich kennen und vertrauen zu lernen und sich gemeinsam auf Ende Gelände vorzubereiten.

LBBW: Ende der Finanzierung von Klima schädigenden Kohle-, Öl- und Gasunternehmen!

Stuttgart, 31. Mai 2017 – Anlässlich der diesjährigen Hauptversammlung der Landesbank Baden-Württemberg übergab die Klimaschutzgruppe Fossil Free Stuttgart eine Petition mit über 9.000 Unterschriften mit dem Ziel des Divestments der LBBW. Stellvertretend für die verhinderte Ministerin Sitzmann nahm Frau Staatssekretärin Splett die Petition bereits am 29.05.2017 entgegen und sagte zu, die Petition an die Mitglieder der Hauptversammlung weiterzuleiten.

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Am Morgen der Hauptversammlung zeigte Fossil Free Stuttgart dann mit einem Aktionsstand Präsenz vor dem Sitz der LBBW in Stuttgart. Die Gruppe lud die Mitglieder von Aufsichtsrat und Vorstand im Vorfeld ein, sich dort eines von 27 Kunstwerken abzuholen, die die Folgekosten öffentlicher Investitionen in fossile Brennstoffe thematisieren. Die im Rahmen der Globalen Divestment Mobilisierung entstandenen Werke „verbildlichen sowohl das freundliche Antlitz des heutigen Wohlstands, der auf viel zu billigen fossilen Rohstoffen beruht, als auch die Fratze der Entbehrungen zukünftiger Generationen”, so der Künstler Uli Schmidt.

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Fossil Free Stuttgart setzt sich seit 2016 in einem Bündnis mit 350.org, Campact e. V., Facing Finance, Südwind und urgewald dafür ein, dass die Landesbank Investitionen in und die Finanzierung von Kohle-, Öl- und Gasunternehmen beendet, da diese Hauptverursacher des Klimawandels sind.

 

Dabei erhalten die Klimaschutzgruppen durchaus Rückendwind aus der Politik. Nach Frau Staatssekretärin Splett ist „Klimaschutz eine der größten Herausforderungen für die Menschheit.” Die ebenfalls zur Petitionsübergabe geladene Landtagsabgeordnete Thekla Walker, MdL, ergänzte: „Divestment als ein Geschäftsmodell für die Zukunft. Nachhaltige Investitionen bzw. Divestment sind die Garantie dafür, dass man auch in Zukunft schwarze Zahlen schreiben kann.“

Sogar im Koalitionsvertrag der grün-schwarzen Landesregierung von 2016 steht: „Das Land unterstützt die Landesbank auf dem Weg zur Entwicklung einer Divestment-Strategie.”

„Diesen Worten müssen nun Taten folgen. Doch die Landesbank Baden-Württemberg stiehlt sich aus der Verantwortung”, so Carolin Jaschek von Fossil Free Stuttgart.

In einem Antwortschreiben in Bezug auf einen offenen Brief des Aktionsbündnisses lehnt die LBBW weiteres Handeln zugunsten einer klimafreundlichen Anlagestrategie ab und begründet: „Unsere Kunden aus der Energiebranche begleiten wir bei der Transformation hin zu nachhaltigen Geschäftsmodellen.” Wie die LBBW dies tut, wird nicht ersichtlich.

Ausschlusskriterien hält die LBBW für „nicht zielführend” obwohl sie eine eigene und nach außen hin sehr ambitionierte Nachhaltigkeitspolitik verfolgt.

„Wenn sich sogar die Deutsche Bank wegen der Pariser Klimaziele aus der Kohleprojektfinanzierung zurückzieht, muss auch die LBBW handeln. Trotz ihrer eigenen Klimaschutzziele finanzierte die Landesbank auch in 2016 und 2017 Glencore, einen der weltweit größten Kohleproduzenten und -händler”, so Jaschek weiter.

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Im Rahmen ihrer Kampagne hat die Gruppe Fossil Free Stuttgart ein Video produziert, das unter folgendem Link aufgerufen werden kann: LBBW Divest Video. Weitere Aktionen sollen folgen, diese werden über die Website und den Facebook-Account von Fossil Free Stuttgart angekündigt.

LBBW Divest!

Unsere aktuelle Kampagne für nachhaltige Geldanlagen der Landesbank Baden Württemberg nimmt immer mehr Fahrt auf. Am Montag, 29.05.2017 um 16 Uhr wird Gisela Splett, Staatssekretärin im Finanzministerium, stellvertretend für Ministerin Sitzmann unsere Petition in Empfang nehmen, die derzeit schon knapp 9.000 Unterschriften aufweist. Ein starkes Argument für einen Ausstieg aus der fossilen Wirtschaft, meinen wir! Am Mittwoch, den 31.05.2017, soll die Petition der Hauptversammlung der LBBW vorgelegt werden.

Als Teil der laufenden Kunstperformance ZAHLEN! werden wir am Mittwoch am Rande der LBBW-Hauptversammlung versuchen, möglichst viele von 27 Gemälden an die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates zu verschenken. Kunst muss endlich so billig wie die fossilen Rohstoffe sein! So wie erst unsere Nachkommen teuer für unsere Kostenexternalisierung zu zahlen haben werden, werden auch die Werke aller ordentlichen Künstler erst posthum so richtig teuer! DIVEST NOW für gerechte Preise!

GDM in Stuttgart – eine Bilanz

Ganze 10 Tage Globale Divestment Mobilisierung liegen hinter uns. Tolle Aktionen, berührende Bilder, Aufmerksamkeit für Klimawandel und seine Folgen, mehr Druck auf Politiker*innen endlich zu handeln.Auch in Stuttgart waren wir an zwei Tagen aktiv dabei:

Film Screening – Before the Flood

Rund 40 Interessierte haben sich zum Stuttgarter Auftakt der Globalen Divestment Mobilisierung am Sonntag, den 7. Mai, im Umweltzentrum eingefunden, um gemeinsam die Doku „Before the Flood“ anzusehen.

In gemütlicher Atmosphäre, und gut versorgt mit Popcorn, Brot, Bier und Saft, sind wir Leonardo DiCaprio um die Welt gefolgt, an verschiedene Hotspots des Klimawandels. Am Ende des Filmes wird die Dringlichkeit betont, sich jetzt für eine Änderung starkzumachen, damit keine Gelder mehr in fossile Brennstoffe gesteckt werden. So heißt es in der letztes Bildeinstellung IT IS UP TO ALL OF US. Wer sich von diesem Appell direkt motiviert fühlt, oder auch einfach mal bei uns reinschnuppern möchte, ist herzlich zu unserem nächsten Treffen am Montag, den 15. Mai, eingeladen!

Dosenwerfen und Zahlen!

Direkt vor einer BW-Bank-Filiale auf der Königsstraße haben wir am darauffolgenden Donnerstag, den 11. Mai, unseren Stand aufgebaut. Passant*innen hatten die Möglichkeit sich zu informieren, zu diskutieren und beim Dosenwerfen symbolisch fossile Brennstoffe zu füsilieren. Zu gewinnen gab es „gutes Öl“ – und zwar aus nachwachsenden Rohstoffen in Form von Speiseöl, das wir von der Ölmanufaktur Rilli und von Taste of Koroni gesponsert bekommen haben. Zu unserer Freude ist auch die Petition, mit der wir die LBBW zum Divestment auffordern, um einige Unterschriften gewachsen.


Mit seiner Performance “ZAHLEN!” war der Stuttgarter Künstler und Mitglied von Fossil Free Stuttgart, Ulrich Schmidt, Teil unserer Aktion. Mit einer umfangreichen 27-teiligen Serie von Acrylgemälden fand er ein Bild für die Externalisierung der Kosten, die bei der Verwendung fossiler Brennstoffe anfallen. Jedes Mitglied des Vorstands und des Aufsichtsrats der LBBW wird von ihm in den kommenden Tagen als Geschenk eines der Gemälde erhalten, welche die Geschichte des “doch nicht geschenkten Myrtenzweig” erzählen. Die Performance wird fotografisch und filmisch festgehalten und die Dokumentation wird sowohl dem Künstler, als auch Fossil Free zur Verfügung stehen.

Am 11.5. konnte keine der Arbeiten an die Adressaten übergeben werden, es fand aber ein Gespräch mit Gisela Splett statt, der Staatssekretärin des baden-württembergischen Finanzministeriums.

Wir hoffen, dass die Führungsriege der Bank erkennt, dass der enorme Aufwand, den die Performance mit sich brachte, ein Zeichen dafür ist, dass die heutige Generation einen großen Einsatz zu leisten hat, um zukünftige Generationen vor den katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels zu schützen.

Globale Divestment Mobilisierung in Stuttgart!

Während Marktführer den Klimawandel leugnen und drohen, Maßnahmen gegen ihn zu verhindern, fordern Tausende Menschen auf der ganzen Welt den Stopp von Investitionen in fossile Brennstoffe, um die wachsende Bedrohung der Klimafolgen aufzuhalten. Vom 5.-13. Mai 2017 werden lokale Divestment-Kampagnen weltweit zur Globalen Divestment Mobilisierung Vorträge, Filmvorführungen und kreative Aktionen durchführen, um die Folgen öffentlicher Investitionen in fossile Brennstoffe anzuprangern.

Auch in Stuttgart beteiligen wir uns mit zwei Events an der globalen Aktion:

Sonntag, 07. Mai 2017

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Umweltzentrum, Rotebühlstraße 86/1
Open House ab 19:30 Uhr, Filmbeginn um 20:30 Uhr mit Snacks und Getränken

In der gut 90-minütigen Doku (Regie: Fisher Stevens) betrachtet Leonardo DiCaprio wie der Klimawandel unsere Umwelt verändert und was wir tun können, um der Bedrohung der Biodiversität, Ökosystemen und indigener Gemeinschaften überall auf der Welt zu begegnen.

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Donnerstag, 11. Mai 2017,

POLITISCHE GESPRÄCHE UND DOSENWERFEN

12:30 – 20:00 Uhr, Königstraße 3

Auf der Königstraße laden wir Passant*innen dazu ein beim Dosenwerfen Kohle, Öl und Gas symbolisch abzuschießen. Zu diesem Anlass laden wir Politiker*innen und die Vorstandsvorsitzenden und den Aufsichtsrat der LBBW zum Gespräch am Stand ein, zum Beispiel über die geplante Änderung des Investitionsportfolios im Zusammenhang mit dem Pensionsfonds der baden-württembergischen Beamten, wo es weitere nachhaltige Möglichkeiten für die baden-württembergischen Finanzen gibt und wo die LBBW auf dem Weg zur im grüne-schwarzen Koalitionsvertrag festgehaltenen Divestment-Strategie steht.

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HINTERGRUND

2016 war das heißeste Jahr aller Zeiten – ein Rekord, der zum dritten Mal in Folge gebrochen wurde. Die Auswirkungen des Klimawandels zerstören die Existenzgrundlage von Menschen auf der ganzen Welt und es trifft dabei diejenigen, die am wenigsten zu der Krise beigetragen haben, am allerschlimmsten. Die Kohle-, Öl- und Gasindustrie hat diese Krise in den letzten 50 Jahren wissentlich vorangetrieben, indem sie eine Verleumdungs- und Täuschungskampagne finanziert hat, um ihren Würgegriff auf unsere Wirtschaftssysteme aufrechtzuhalten.

Die Globale Divestment Mobilisierung stellt einen neuen Wendepunkt für die globale Bewegung zum Divestment aus Kohle, Öl und Gas dar. Zehntausende fordern weltweit gemeinsam Institutionen und Einzelpersonen auf, Investitionen in Kohle-, Öl- und Gaskonzerne zu beenden und sich so von ihrem zerstörerischen Geschäftsmodell zu distanzieren. Dadurch soll der Industrie die öffentliche Akzeptanz genommen und ihr politischer Einfluss geschwächt werden.

Bereits über 700 Institutionen weltweit haben sich der Divestment-Bewegung angeschlossen. Zusammen verwalten sie ein Gesamtvermögen von 5,46 Billionen US-Dollar. In Deutschland haben sich unter anderem die Städte Münster und Stuttgart und die Evangelische Landeskirche Hessen-Nassau dazu verpflichtet, Kohle, Öl und Gas aus ihren Geldanlagen zu verbannen. Das Presseversorgungswerk, die Berliner Ärzteversorgung und die Allianz haben ihre Kohle-Investitionen zurückgefahren. Die Deutsche Bank hat sich nach jahrelangen Protesten aus der Finanzierung von Kohleprojekten zurückgezogen.

Über Fossil Free Stuttgart:
Ehrenamtliche starteten 2015 die Öffentlichkeitsarbeit von Fossil Free Stuttgart. Knapp ein Jahr später, im Juli 2016, entscheidet sich der Stuttgarter Gemeinderat für nachhaltige Anlagerichtlinien und damit unter anderem gegen Investitionen in Kohle, Öl und Gas aus Fracking – konkret bedeutet das, dass etwa 75 der 600 Stoxx-Europe Unternehmen von der städtischen Vermögensanlage ausgeschlossen werden.
Das Stuttgarter Team ist Teil der internationalen Bürgerbewegung ‚Fossil Free‘, die von der Klimaschutzorganisation 350.org und Bill McKibben, Träger des Alternativen Nobelpreises 2014, initiiert wurde. In Deutschland sind 25 Divestment-Initiativen aktiv, weltweit über 1.300. Sie fordern Divestment von Universitäten, Städten, Kirchen, Stiftungen, Pensionsfonds und anderen Investoren.

Über 350.org:
350.org baut eine globale basisdemokratische Klimabewegung auf, die unsere Politiker*innen basierend auf wissenschaftlicher Fakten und Grundsätzen der Gerechtigkeit zur Verantwortung ziehen kann. Online-Kampagnen, Basisorganisationen und öffentliche Großaktionen verbinden ein globales Netzwerk, das in mehr als 188 Ländern aktiv ist. Die Zahl 350 steht für Klimasicherheit: Wir müssen laut Wissenschaft die heutige CO2-Konzentration in der Atmosphäre von über 400 ppm auf unter 350 ppm reduzieren.