Beamtenpensionen: BW reduziert Investitionen in Kohle, Öl und Gas

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(c) Michél Laborda

Die € 3,8 Mrd. schwere Versorgungsrücklage der Beamtinnen und Beamten des Landes Baden-Württemberg wird nachhaltiger. Am 04. August 2017 fiel die Entscheidung, Kapitalanlagen aus dem Kohle- und Ölsektor abzuziehen, weil diese ein klimaschädliches Geschäftsmodell verfolgen.

„Diese Entscheidung ist ein guter Anfang. Im Vergleich mit den neuen Anlagerichtlinien Bremen und Berlins greifen sie aber viel zu kurz und erlauben weiterhin Investitionen in klimaschädliche Unternehmen”, so Pauline Zimmermann von Fossil Free Stuttgart.

Zukünftig werden Unternehmen aus dem Portfolio ausgeschlossen, die an der Förderung von Kohle und Öl verdienen. In dem Entschluss werden außerdem nur Erdgasunternehmen ausgeschlossen, die unkonventionelle Fördermethoden oder Fracking betreiben. Das ist problematisch, denn um die globale Erderwärmung auf unter 2°C zu begrenzen, müssen mehr als die Hälfte der bereits bekannten Erdgasreserven im Boden bleiben. Damit ist das Geschäftsmodell der Gasunternehmen nicht mit einem sicheren Klima vereinbar. Auch Investitionen in Unternehmen, die Kohle und Erdöl transportieren, verarbeiten und verbrennen, sind nach dem baden-württembergischen Entschluss weiterhin möglich und stehen den Pariser Klimazielen entgegen.

Nach Bremen und Berlin ist Baden-Württemberg das dritte deutsche Bundesland, welches klimafreundliche Anlagerichtlinien für die Landespensionen beschließt. Der Versorgungsfonds des Landes in Höhe von weiteren 1,5 Mrd. € ist davon allerdings nicht betroffen.

Mit der Entscheidung wird auf Landesebene fortgeführt, was die Stadt Stuttgart im Juli 2016 vorgemacht hat. Die Landeshauptstadt hatte damals Anlagerichtlinien verabschiedet, die ebenfalls den Abzug öffentlicher Gelder aus Kohle, Öl und teilweise Gas zur Folge haben.

„Das ist ein guter Schritt! Das Land Baden-Württemberg übernimmt damit Verantwortung für das Klima sowie für öffentliche Gelder und bezieht Position gegenüber Unternehmen, die von der Zerstörung des Klimas profitieren. Damit zeigt Baden-Württemberg, dass nachhaltige Geldanlagen das Modell der Zukunft sind“, so Pauline Zimmermann von Fossil Free Stuttgart.

Auch Professorin Regina Birner, die sich an der Universität Hohenheim mit globalen Fragen der nachhaltigen Entwicklung befasst, weist auf die positive Signalwirkung dieser Entscheidung hin. „Anlagerichtlinien für Investitionen, die Umwelt, Klima und soziale Kriterien berücksichtigen, sind ein wichtiges Instrument der Nachhaltigkeitspolitik. Als Landesbeamtin begrüße ich es nachdrücklich, dass Baden-Württemberg die Mittel für die Versorgungsrücklage der Beamten nun klimafreundlicher investiert“, führt Regina Birner aus.

Fossil Free Stuttgart hat seit Monaten immer wieder bei der Landesregierung nachgehakt und Finanzministerin Sitzmann an ihr Versprechen vom August 2016 erinnert. Mit öffentlichen Aktionen und Lobbyarbeit setzt sich die Gruppe momentan vor allem für das Divestment der Landesbank Baden-Württemberg ein. „Das Land hat gezeigt, in welche Richtung es geht, nun muss auch die Landesbank Farbe bekennen und sich endlich zu einem klimafreundlichen und zukunftsfähigen Umgang mit ihrem Geld entschließen“, so Zimmermann weiter.

Aktivismus liegt in der Luft!

Im Sommer 2017 gibt es unendlich viele Möglichkeiten, sich für den Klima-, Umwelt- und Naturschutz einzusetzen.

Hier haben wir eine kleine aber feine Auswahl zusammengestellt:

Aktionstreffen zum Schutz des Hambacher Waldes
Wann? 01.08.2017, 19 Uhr
Wo? Württembergischer Kunstverein, Schlossplatz 2

“Diesen Winter soll der Großteil des Restwaldes und alle Besetzungen zerstört werden. Um dies zu verhindern, brauchen wir einen breiten Widerstand, der so bunt und unterschiedlich ist, wie wir selbst. Möglichkeiten, dich einzubringen, wollen wir Dir in zahlreichen Workshops näher bringen. Komm vorbei!“

Die Veranstaltung wird unterstützt und mitorganisiert von Robin Wood und Fossil Free Stuttgart.

Link: http://www.parkschuetzer.de/termine/5380

Kletterworkshop (Hambacher Forst)
Wann? 02.08.2017, 14 Uhr
Wo? Wird noch bekannt gegeben.

Link: http://www.parkschuetzer.de/termine/5380 

Infoveranstaltung Ende Gelände
Wann? 08.08.2017, 19.30 Uhr
Wo? Umweltzentrum, Rotebühlstraße 86/1, Stuttgart

“Kohle muss im Boden bleiben, um den Klimawandel aufzuhalten. Wenn RWE seine Kohlesparte nicht bis zum 23. August stillgelegt hat, kommt Ende Gelände ins Rheinland und schneidet Kraftwerke durch Blockaden von der Kohlezufuhr ab.

Auch Stuttgart sagt: Ende Gelände! Für ein Klima der Gerechtigkeit.”

Informiere Dich bei dem Treffen, wie Du Dich einbringen kannst.

Link: https://www.ende-gelaende.org/events/infoveranstaltung-ende-gelaende/

Ende Gelände
Wann? 24. – 29. August 2017
Wo? Im Rheinischen Braunkohlerevier nahe Köln

Du überlegst, zu Ende Gelände 2017 ins Rheinland zu fahren, hast aber noch keine Bezugsgruppe? Dann komm vorbei und lerne liebe Menschen kennen mit denen Du dich zusammenschließen kannst! Es wird Gelegenheit geben, sich kennen und vertrauen zu lernen und sich gemeinsam auf Ende Gelände vorzubereiten.

LBBW: Ende der Finanzierung von Klima schädigenden Kohle-, Öl- und Gasunternehmen!

Stuttgart, 31. Mai 2017 – Anlässlich der diesjährigen Hauptversammlung der Landesbank Baden-Württemberg übergab die Klimaschutzgruppe Fossil Free Stuttgart eine Petition mit über 9.000 Unterschriften mit dem Ziel des Divestments der LBBW. Stellvertretend für die verhinderte Ministerin Sitzmann nahm Frau Staatssekretärin Splett die Petition bereits am 29.05.2017 entgegen und sagte zu, die Petition an die Mitglieder der Hauptversammlung weiterzuleiten.

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Am Morgen der Hauptversammlung zeigte Fossil Free Stuttgart dann mit einem Aktionsstand Präsenz vor dem Sitz der LBBW in Stuttgart. Die Gruppe lud die Mitglieder von Aufsichtsrat und Vorstand im Vorfeld ein, sich dort eines von 27 Kunstwerken abzuholen, die die Folgekosten öffentlicher Investitionen in fossile Brennstoffe thematisieren. Die im Rahmen der Globalen Divestment Mobilisierung entstandenen Werke „verbildlichen sowohl das freundliche Antlitz des heutigen Wohlstands, der auf viel zu billigen fossilen Rohstoffen beruht, als auch die Fratze der Entbehrungen zukünftiger Generationen”, so der Künstler Uli Schmidt.

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Fossil Free Stuttgart setzt sich seit 2016 in einem Bündnis mit 350.org, Campact e. V., Facing Finance, Südwind und urgewald dafür ein, dass die Landesbank Investitionen in und die Finanzierung von Kohle-, Öl- und Gasunternehmen beendet, da diese Hauptverursacher des Klimawandels sind.

 

Dabei erhalten die Klimaschutzgruppen durchaus Rückendwind aus der Politik. Nach Frau Staatssekretärin Splett ist „Klimaschutz eine der größten Herausforderungen für die Menschheit.” Die ebenfalls zur Petitionsübergabe geladene Landtagsabgeordnete Thekla Walker, MdL, ergänzte: „Divestment als ein Geschäftsmodell für die Zukunft. Nachhaltige Investitionen bzw. Divestment sind die Garantie dafür, dass man auch in Zukunft schwarze Zahlen schreiben kann.“

Sogar im Koalitionsvertrag der grün-schwarzen Landesregierung von 2016 steht: „Das Land unterstützt die Landesbank auf dem Weg zur Entwicklung einer Divestment-Strategie.”

„Diesen Worten müssen nun Taten folgen. Doch die Landesbank Baden-Württemberg stiehlt sich aus der Verantwortung”, so Carolin Jaschek von Fossil Free Stuttgart.

In einem Antwortschreiben in Bezug auf einen offenen Brief des Aktionsbündnisses lehnt die LBBW weiteres Handeln zugunsten einer klimafreundlichen Anlagestrategie ab und begründet: „Unsere Kunden aus der Energiebranche begleiten wir bei der Transformation hin zu nachhaltigen Geschäftsmodellen.” Wie die LBBW dies tut, wird nicht ersichtlich.

Ausschlusskriterien hält die LBBW für „nicht zielführend” obwohl sie eine eigene und nach außen hin sehr ambitionierte Nachhaltigkeitspolitik verfolgt.

„Wenn sich sogar die Deutsche Bank wegen der Pariser Klimaziele aus der Kohleprojektfinanzierung zurückzieht, muss auch die LBBW handeln. Trotz ihrer eigenen Klimaschutzziele finanzierte die Landesbank auch in 2016 und 2017 Glencore, einen der weltweit größten Kohleproduzenten und -händler”, so Jaschek weiter.

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Im Rahmen ihrer Kampagne hat die Gruppe Fossil Free Stuttgart ein Video produziert, das unter folgendem Link aufgerufen werden kann: LBBW Divest Video. Weitere Aktionen sollen folgen, diese werden über die Website und den Facebook-Account von Fossil Free Stuttgart angekündigt.

LBBW Divest!

Unsere aktuelle Kampagne für nachhaltige Geldanlagen der Landesbank Baden Württemberg nimmt immer mehr Fahrt auf. Am Montag, 29.05.2017 um 16 Uhr wird Gisela Splett, Staatssekretärin im Finanzministerium, stellvertretend für Ministerin Sitzmann unsere Petition in Empfang nehmen, die derzeit schon knapp 9.000 Unterschriften aufweist. Ein starkes Argument für einen Ausstieg aus der fossilen Wirtschaft, meinen wir! Am Mittwoch, den 31.05.2017, soll die Petition der Hauptversammlung der LBBW vorgelegt werden.

Als Teil der laufenden Kunstperformance ZAHLEN! werden wir am Mittwoch am Rande der LBBW-Hauptversammlung versuchen, möglichst viele von 27 Gemälden an die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates zu verschenken. Kunst muss endlich so billig wie die fossilen Rohstoffe sein! So wie erst unsere Nachkommen teuer für unsere Kostenexternalisierung zu zahlen haben werden, werden auch die Werke aller ordentlichen Künstler erst posthum so richtig teuer! DIVEST NOW für gerechte Preise!

GDM in Stuttgart – eine Bilanz

Ganze 10 Tage Globale Divestment Mobilisierung liegen hinter uns. Tolle Aktionen, berührende Bilder, Aufmerksamkeit für Klimawandel und seine Folgen, mehr Druck auf Politiker*innen endlich zu handeln.Auch in Stuttgart waren wir an zwei Tagen aktiv dabei:

Film Screening – Before the Flood

Rund 40 Interessierte haben sich zum Stuttgarter Auftakt der Globalen Divestment Mobilisierung am Sonntag, den 7. Mai, im Umweltzentrum eingefunden, um gemeinsam die Doku „Before the Flood“ anzusehen.

In gemütlicher Atmosphäre, und gut versorgt mit Popcorn, Brot, Bier und Saft, sind wir Leonardo DiCaprio um die Welt gefolgt, an verschiedene Hotspots des Klimawandels. Am Ende des Filmes wird die Dringlichkeit betont, sich jetzt für eine Änderung starkzumachen, damit keine Gelder mehr in fossile Brennstoffe gesteckt werden. So heißt es in der letztes Bildeinstellung IT IS UP TO ALL OF US. Wer sich von diesem Appell direkt motiviert fühlt, oder auch einfach mal bei uns reinschnuppern möchte, ist herzlich zu unserem nächsten Treffen am Montag, den 15. Mai, eingeladen!

Dosenwerfen und Zahlen!

Direkt vor einer BW-Bank-Filiale auf der Königsstraße haben wir am darauffolgenden Donnerstag, den 11. Mai, unseren Stand aufgebaut. Passant*innen hatten die Möglichkeit sich zu informieren, zu diskutieren und beim Dosenwerfen symbolisch fossile Brennstoffe zu füsilieren. Zu gewinnen gab es „gutes Öl“ – und zwar aus nachwachsenden Rohstoffen in Form von Speiseöl, das wir von der Ölmanufaktur Rilli und von Taste of Koroni gesponsert bekommen haben. Zu unserer Freude ist auch die Petition, mit der wir die LBBW zum Divestment auffordern, um einige Unterschriften gewachsen.


Mit seiner Performance “ZAHLEN!” war der Stuttgarter Künstler und Mitglied von Fossil Free Stuttgart, Ulrich Schmidt, Teil unserer Aktion. Mit einer umfangreichen 27-teiligen Serie von Acrylgemälden fand er ein Bild für die Externalisierung der Kosten, die bei der Verwendung fossiler Brennstoffe anfallen. Jedes Mitglied des Vorstands und des Aufsichtsrats der LBBW wird von ihm in den kommenden Tagen als Geschenk eines der Gemälde erhalten, welche die Geschichte des “doch nicht geschenkten Myrtenzweig” erzählen. Die Performance wird fotografisch und filmisch festgehalten und die Dokumentation wird sowohl dem Künstler, als auch Fossil Free zur Verfügung stehen.

Am 11.5. konnte keine der Arbeiten an die Adressaten übergeben werden, es fand aber ein Gespräch mit Gisela Splett statt, der Staatssekretärin des baden-württembergischen Finanzministeriums.

Wir hoffen, dass die Führungsriege der Bank erkennt, dass der enorme Aufwand, den die Performance mit sich brachte, ein Zeichen dafür ist, dass die heutige Generation einen großen Einsatz zu leisten hat, um zukünftige Generationen vor den katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels zu schützen.

Globale Divestment Mobilisierung in Stuttgart!

Während Marktführer den Klimawandel leugnen und drohen, Maßnahmen gegen ihn zu verhindern, fordern Tausende Menschen auf der ganzen Welt den Stopp von Investitionen in fossile Brennstoffe, um die wachsende Bedrohung der Klimafolgen aufzuhalten. Vom 5.-13. Mai 2017 werden lokale Divestment-Kampagnen weltweit zur Globalen Divestment Mobilisierung Vorträge, Filmvorführungen und kreative Aktionen durchführen, um die Folgen öffentlicher Investitionen in fossile Brennstoffe anzuprangern.

Auch in Stuttgart beteiligen wir uns mit zwei Events an der globalen Aktion:

Sonntag, 07. Mai 2017

FREE FILMSCREENING „BEFORE THE FLOOD“

Umweltzentrum, Rotebühlstraße 86/1
Open House ab 19:30 Uhr, Filmbeginn um 20:30 Uhr mit Snacks und Getränken

In der gut 90-minütigen Doku (Regie: Fisher Stevens) betrachtet Leonardo DiCaprio wie der Klimawandel unsere Umwelt verändert und was wir tun können, um der Bedrohung der Biodiversität, Ökosystemen und indigener Gemeinschaften überall auf der Welt zu begegnen.

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Donnerstag, 11. Mai 2017,

POLITISCHE GESPRÄCHE UND DOSENWERFEN

12:30 – 20:00 Uhr, Königstraße 3

Auf der Königstraße laden wir Passant*innen dazu ein beim Dosenwerfen Kohle, Öl und Gas symbolisch abzuschießen. Zu diesem Anlass laden wir Politiker*innen und die Vorstandsvorsitzenden und den Aufsichtsrat der LBBW zum Gespräch am Stand ein, zum Beispiel über die geplante Änderung des Investitionsportfolios im Zusammenhang mit dem Pensionsfonds der baden-württembergischen Beamten, wo es weitere nachhaltige Möglichkeiten für die baden-württembergischen Finanzen gibt und wo die LBBW auf dem Weg zur im grüne-schwarzen Koalitionsvertrag festgehaltenen Divestment-Strategie steht.

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HINTERGRUND

2016 war das heißeste Jahr aller Zeiten – ein Rekord, der zum dritten Mal in Folge gebrochen wurde. Die Auswirkungen des Klimawandels zerstören die Existenzgrundlage von Menschen auf der ganzen Welt und es trifft dabei diejenigen, die am wenigsten zu der Krise beigetragen haben, am allerschlimmsten. Die Kohle-, Öl- und Gasindustrie hat diese Krise in den letzten 50 Jahren wissentlich vorangetrieben, indem sie eine Verleumdungs- und Täuschungskampagne finanziert hat, um ihren Würgegriff auf unsere Wirtschaftssysteme aufrechtzuhalten.

Die Globale Divestment Mobilisierung stellt einen neuen Wendepunkt für die globale Bewegung zum Divestment aus Kohle, Öl und Gas dar. Zehntausende fordern weltweit gemeinsam Institutionen und Einzelpersonen auf, Investitionen in Kohle-, Öl- und Gaskonzerne zu beenden und sich so von ihrem zerstörerischen Geschäftsmodell zu distanzieren. Dadurch soll der Industrie die öffentliche Akzeptanz genommen und ihr politischer Einfluss geschwächt werden.

Bereits über 700 Institutionen weltweit haben sich der Divestment-Bewegung angeschlossen. Zusammen verwalten sie ein Gesamtvermögen von 5,46 Billionen US-Dollar. In Deutschland haben sich unter anderem die Städte Münster und Stuttgart und die Evangelische Landeskirche Hessen-Nassau dazu verpflichtet, Kohle, Öl und Gas aus ihren Geldanlagen zu verbannen. Das Presseversorgungswerk, die Berliner Ärzteversorgung und die Allianz haben ihre Kohle-Investitionen zurückgefahren. Die Deutsche Bank hat sich nach jahrelangen Protesten aus der Finanzierung von Kohleprojekten zurückgezogen.

Über Fossil Free Stuttgart:
Ehrenamtliche starteten 2015 die Öffentlichkeitsarbeit von Fossil Free Stuttgart. Knapp ein Jahr später, im Juli 2016, entscheidet sich der Stuttgarter Gemeinderat für nachhaltige Anlagerichtlinien und damit unter anderem gegen Investitionen in Kohle, Öl und Gas aus Fracking – konkret bedeutet das, dass etwa 75 der 600 Stoxx-Europe Unternehmen von der städtischen Vermögensanlage ausgeschlossen werden.
Das Stuttgarter Team ist Teil der internationalen Bürgerbewegung ‚Fossil Free‘, die von der Klimaschutzorganisation 350.org und Bill McKibben, Träger des Alternativen Nobelpreises 2014, initiiert wurde. In Deutschland sind 25 Divestment-Initiativen aktiv, weltweit über 1.300. Sie fordern Divestment von Universitäten, Städten, Kirchen, Stiftungen, Pensionsfonds und anderen Investoren.

Über 350.org:
350.org baut eine globale basisdemokratische Klimabewegung auf, die unsere Politiker*innen basierend auf wissenschaftlicher Fakten und Grundsätzen der Gerechtigkeit zur Verantwortung ziehen kann. Online-Kampagnen, Basisorganisationen und öffentliche Großaktionen verbinden ein globales Netzwerk, das in mehr als 188 Ländern aktiv ist. Die Zahl 350 steht für Klimasicherheit: Wir müssen laut Wissenschaft die heutige CO2-Konzentration in der Atmosphäre von über 400 ppm auf unter 350 ppm reduzieren.

Neues vom Pensionsfonds BW

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Die taz hat heute einige interessante Informationen veröffentlicht im Artikel „CDU warnt vor grüneren Geldanlagen“. Abgesehen von der rückwärtsgewandten Einstellung des Koalitionspartners CDU gibt es auch gute Neuigkeiten zu lesen:

Bis spätestens zur Sommerpause will das Haus von Finanzministerin Sitzmann den ethischen Investitionsleitfaden nun durch den Beirat bringen.

Wir sind gespannt und schauen weiter hin!

Welt im Klimawandel: Vortrag, Diskussion, Film und Fortbildung

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Der Klimawandel stellt die Welt vor neue Herausforderungen. (Fast) alle reden über Klimaschutz. Doch wie können wir wirklich zu einer ökologischen und gerechten Gesellschaft beitragen?
Auf diese Themen wollen wir mit unseren Veranstaltungen aufmerksam machen (v.a. am Freitag) und euch dazu einladen mit uns Wege zu entwickeln, wie wir das Thema in der Bildungsarbeit vermitteln können (v.a. am Samstag).

Gemeinsam mit dem EPiZ Reutlingen  dem BUND Kreisverband Stuttgart und dem Klima- und Umweltbündnis Stuttgart (KUS) möchten wir euch gerne einladen zu einem Wochenende mit spannenden Veranstaltungen zum Thema Welt im Klimawandel.

Hier geht’s zum Facebook-Event.

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Teil 1: Vortrag und Diskussion / Freitag, 10. März 2017, 18:00 Uhr

AUF DER FLUCHT – wie Klimawandel und Umweltzerstörung Menschen vertreiben

Durch die Klimaerwärmung und den flächendeckenden Raubbau an den Ökosystemen verlieren immer mehr Menschen ihre Lebensgrundlage. Die Menschheit steuert auf eine humanitäre Katastrophe bisher unbekannten Ausmaßes zu und trotzdem gibt es bis heute keinerlei rechtlichen Schutz für Menschen, die auf der Flucht vor Umweltveränderungen sind. Vortrag mit Felix Müller.

Moderation von Dorothee Häußermann, Klimaaktivistin und -referentin u.a. bei ausgeCO2hlt, der Attac AG Energie, Klima, Umwelt und Ende Gelände.

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Teil 2: Filmvorführung / Freitag, 10.März 2017, 20:15 Uhr

„BEYOND THE RED LINES – Systemwandel statt Klimawandel“

Eintritt frei.

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Teil 3: Multiplikator*innen-Fortbildung „Welt im Klimawandel“ /
Samstag, 11. März 2017 von 10:00 – 18:00 Uhr

(Fast) alle reden über Klimaschutz. Doch wie können wir wirklich zu einer ökologischen und gerechten Gesellschaft beitragen? Wie können wir den „Klimawandel“ in unserer Bildungs- arbeit vermitteln? Fortbildung für Lehrkräfte, BtE-Referent*innen, Klimabewegte und Multiplikator*innen des Globalen Lernens.
Die Zahl der Teilnehmer*innen an der Multiplikator*innen-Fortbildung am 11.März ist begrenzt. Wir bitten um Ihre Anmeldung (Name und Organisation) per Mail an marieke.kodweiss@epiz.de

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Die Veranstaltungen finden im Rahmen der Ausstellung „Klima? Wandel. Wissen! Neues aus der Klimawissenschaft“ von Germanwatch e.V. statt, die vom 27.02-13.03.2017 im Welthaus zu sehen ist.

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Ausführliche Infos zum Veranstaltungswochenende findet hier.

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Filmvorführung: Do the Math

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Dienstag, 14. Februar 2017, 20:30 Uhr – 22:00 Uhr
Ort: Umweltzentrum Stuttgart, Rotebühlstraße 86/1, 70178 Stuttgart

Fossil Free Stuttgart lädt alle Interessierten zu einem Treffen ein!

Ihr wolltet schon immer mal wissen, was Divestment ist und was wir so machen? Ihr wollt an der Uni Stuttgart oder Hohenheim eine eigene Kampagne starten, wisst aber nicht so genau wie? Ihr findet uns wahnsinnig nett und wolltet uns einfach mal kennenlernen? Alles gute Gründe am 14.2. mit uns den Film Do the Math über die Hintergründe der Divestment-Bewegung anzuschauen und danach noch ein bisschen zu schnacken.

Wir freuen uns auf euch!

Aktionstag „Klimabewusstes Reisen“ im Rahmen der CMT

 

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Klimabelastung pro Fahrgast bei einer Reise von 1500 km, Quelle: UBA, 2012; KUS Stuttgart

WANN
Samstag, 21. Januar 2017, 10.30 Uhr bis 14 Uhr

WO
Messe-Piazza, Messe Stuttgart

WAS
Das Klima- und Umweltbündnis Stuttgart KUS lädt zusammen mit dem Verkehrsclub Deutschland Kreisverband Stuttgart und dem Allgmeinen Fahrradclub Ortsgruppe Stuttgart bereits zum fünften Mal ein zum Aktionstag klimafreundliches Reisen.
Die Veranstaltung findet anlässlich der CMT Messe Caravan Motor Touristik am Samstag, 21.01.2017 von 10.30 Uhr bis 14 Uhr auf der Messepiazza am Eingang zur Messe statt. An einem Stand informieren die Gruppen über die Klimaauswirkungen, die unterschiedliche Arten des Reisens haben. Besonders Fliegen verursacht hohe spezifische CO2-Emissionen und hat eine erhebliche Erwärmungswirkung. Dies werden wir in einem Straßentheater veranschaulichen.

WARUM
Klimafreundliche Flugreisen sind jetzt und werden in naher Zukunft nicht möglich sein!
KUS-Koordinator Dieter Bareis :“Die Wahl des Verkehrsmittels bei Urlaubsreisen wirkt sich sehr drastisch auf die CO2-Bilanz einer Person aus. Wer hätte gedacht, dass ein Flug nach Mallorca in der Economy-Class im Blick auf den Klimawandel schon der Wirkung von fast einer halben Tonne CO2 entspricht? Und das pro Passagier, nicht pro Flugzeug. Ein Flug nach Australien führt pro Passagier etwa zu gleich viel Erwärmung wie 10 t CO2, was fast dem gesamten jährlichen Pro-Kopf-Ausstoß an CO2 eines durchschnittlichen Deutschen entspricht oder dem eines Menschen in Tansania während seines ganzen Lebens.“ Mit einem Emissionsrechner kann man zum Beispiel bei der gemeinnützigen Organisation Atmosfair die Daten selbst nachprüfen (unter http://www.atmosfair.de).

2016 wurden weltweit 3,7 Milliarden Passagiere transportiert, bis 2035 könnte sich der globale Flugverkehr laut Luftfahrtorganisation IATSA verdoppeln.  Die Emissionen durch den Luftverkehr wachsen Jahr für Jahr  stärker als die gesamten globalen Treibhausgasemissionen. Die Erderwärmung lässt sich so kaum auf noch bewältigbare 2°C oder gar 1,5°C begrenzen. Mit alternativen Antrieben (außer Biosprit, der die Probleme nicht lösen kann) ist laut einer Studie der TU Darmstadt bis 2050 nicht zu rechnen. Um den EU-Kerosinbedarf mit Algensprit zu decken, wäre eine Fläche so groß wie Portugal nötig –  Fläche in dieser Größenordnung steht nirgendwo zur Verfügung.
Bareis weiter: „Uns ist es wichtig, die Leute zu informieren. Jede und jeder wählt das Verkehrsmittel für die Urlaubsreise selbst. Um sich klimabewusst entscheiden zu können, braucht man die entsprechenden Informationen, die wir, gründlich recherchiert, in einem „Flug-Blatt“ zusammengefasst haben.“ Wenn sich ein Fliug nicht vermeiden lässt, kann man zum Ausgleich Klimaschutzprojekte mit einem finanziellen Beitrag unterstützten. Die gemeinnützige Organisation „atmosfair“ verbreitet zum Beispiel in Ruanda effiziente Holzkocher, die den CO2-Ausstoß drastisch reduzieren.

Dieter Bareis:„Wir setzen aber nicht nur beim Reisenden an. Die Politik muss faire Rahmenbedingungen für das Reisen schaffen. Es kann nicht sein, dass das klima- und umweltfreundliche Reisen mit der Bahn steuerlich stärker belastet wird als das klimaschädliche Fliegen! Kerosin und laute Flugzeuge müssen besteuert werden! 2012 wurde der Flugverkehr in Deutschland durch die Energiesteuerbefreiung des Kerosins und die Mehrwertsteuerbefreiung für internationale Flüge laut Umweltbundesamt mit 12 Milliarden Euro begünstigt  –  zum Nachteil der klimafreundlicheren Bahn.
Außerdem fordern wir eine Informationspflicht der Reiseveranstalter über den mit einer Reise verbundenen Treibhausgasausstoß.
Von den Reiseanbietern fordern wir u.a., transparent über die mit einer Reise verbundenen Klimaauswirkungen zu informieren, damit der Kunde eine Entscheidungsgrundlage hat. Am besten sorgt schon der Reiseanbieter für einen Emissionsausgleich.“
Auch Kreuzfahrten und Reisen mit dem eigenen Auto oder Caravan, die im Durchschnitt Jahr für Jahr mehr PS haben, sind alles andere als klimafreundlich.
Wir empfehlen als Klimafreundliche Alternativen Wander-, Rad- und Städtetouren mit Start von zuhause aus oder mit Anreise per Bus oder Bahn.

WER
In Stuttgart ruft das Klima- und Umweltbündnis Stuttgart  zu klimabewusstem Reisen auf.
Dem Klima- und Umweltbündnis Stuttgart KUS gehören inzwischen 29 Bürgerinitiativen, Umweltverbände, Vereine und zahlreiche Einzelpersonen an (unter anderem auch wir, Fossil Free Stuttgart, und der BUND Kreisverband Stuttgart). Es ist somit der größte Zusammenschluss zu dieser Thematik im Stuttgarter Raum. Ziel des Bündnisses ist es, auf demokratischer und überparteilicher Grundlage eine Politik der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes in Stuttgart durchzusetzen. Es will damit einen Beitrag zum Schutz des Klimas unserer Erde auf regionaler Ebene leisten und auf die notwendige Wende in der Energiepolitik hinarbeiten.