Mahnwache für das Klima

Zeit: Samstag, 08. September 2018 12:00-14.00 Uhr
Ort: Königstraße 3, Stuttgart

Außerdem: Teilnahme von Fossil Free Stuttgart an der Critical Mass am 07.09.2018

Am globalen Aktionstag Rise for Climate hält die Klimaschutzgruppe Fossil Free Stuttgart eine Mahnwache ab, damit die Klimakiller Kohle, Öl und Gas im Boden bleiben und der Kohleausstieg in Deutschland schnell erfolgt.

Fossil Free Stuttgart beteiligt sich am weltweiten Aktionstag #RiseforClimate mit einer Mahnwache vor der BW-Bank Filiale in der Stuttgarter Königstraße. Seit knapp zwei Jahren setzt sich Fossil Free für eine klimafreundliche Anlagepolitik der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ein. Die LBBW hat bereits Anlagerichtlinien für die Kohleindustrie, Richtlinien für die Bereiche Öl und Gas fehlen bislang. In Teilen hat die Landesbank also die die Finanzierung von Kohleprojekten ausgeschlossen. Gleichzeitig gibt es zu den meisten Umwelt- und Klimaschutzaspekten nur vage Richtlinien, wie der Fair Finance Guide im Mai 2018 feststellte. Des Weiteren gäbe es keine weiteren konkreten Hinweise darauf, wie in der Verwaltung von eigenen Geldern, Kundengeldern oder im Kreditgeschäft Richtlinien zum Klimaschutz berücksichtigt werden.

   

Mit der Mahnwache will Fossil Free Stuttgart auch auf die derzeit tagende Kohlekommission aufmerksam machen. Vor Ort wird eine Petition des BUND unterstützt, die von Bundesregierung und Kohlekommission einen zügigen und konsequenten Ausstieg aus der Kohle fordert.

Am 07.09.2018 wird sich die Gruppe an der Critical Mass in Stuttgart beteiligen. Bei der Fahrraddemo wollen die Klimaschützerinnen und Klimaschützer gemeinsam mit anderen gegen den Klimawandel engagierten Menschen für Ende Gelände werben. Sie zeigen sich solidarisch mit den Kommissionsmitgliedern und Aktivistinnen und Aktivisten, die gegen die Rodung des Hambacher Waldes protestieren und damit verhindern wollen, dass RWE Fakten schafft, während über den Kohleausstieg noch verhandelt wird.

Tausende Menschen auf fünf Kontinenten werden mit kreativen Aktionen im Rahmen der Kampagne Rise for Climate auf die wachsenden Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam machen und ein Ende des fossilen Zeitalters fordern.

“Die Hitzewelle mit der langen Dürreperiode hat diesen Sommer auch in Deutschland deutlich gemacht, dass die Auswirkungen des Klimawandels alle etwas angehen. Wir müssen so schnell wie möglich den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen schaffen, um der Menschheit – heutigen und folgenden Generationen überall auf der Erde – eine Chance auf einen lebenswerten Planeten zu erhalten. Wer wie die Landesbank Baden-Württemberg Unternehmen aus dem Kohle-, Öl- und Gassektor finanziert, übernimmt damit Verantwortung für die Zerstörung des Klimas“, so Carolin Jaschek von Fossil Free Stuttgart.

In ganz Deutschland wird es dezentrale Aktionen geben, um ein Ende von Kohle, Öl und Gas fordern. So werden Kommunen und Universitäten beispielsweise aufgefordert, Investitionen in den fossilen Sektor zu beenden oder lokale Kohlekraftwerke abzuschalten.

Aktionen und Veranstaltungen finden u.a. in Mainz, Paderborn, Eisenach, Karlsruhe, Frankfurt, Köln, Erlangen und Münster statt. Die Essener Bevölkerung wird dem Kohlekonzern RWE symbolisch die Aktien der Stadt zurückgeben und so ihrer Forderung nach dem Verkauf der städtischen RWE-Aktien Nachdruck verleihen. Der Bürgermeister Thomas Kufen und RWE Vorstandschef Schmitz werden zu der Aktion eingeladen und können dort Stellung beziehen. In Berlin wird ein NGO-Bündnis mit einer Großprojektion und weiteren Aktionen „brennende Landschaften“ wie den jüngsten Waldbrand in Fichtenwalde/Brandenburg in den Fokus rücken. Gefordert wird von der Bundespolitik u.a. ein Subventionsstopp für fossile Brennstoffe, Divestment von 600.000 Bundespensionen und ein Klimaschutzgesetz für eine Bürger-Energiewende mit 100% Erneuerbaren.

In Stade werden Hunderte Menschen auf die Straße gehen, um gegen das örtliche Kohlekraftwerk zu protestieren und den schnellen landesweiten Kohleausstieg einzufordern.

Neben den Gruppen in Deutschland nehmen viele Menschen am Aktionstag teil, die besonders vom Klimawandel und der Kohle-, Öl- und Gasindustrie betroffen sind: Pazifische Inselbewohner werden ihre lokalen Institutionen auffordern, auf 100 % erneuerbare Energien umzusteigen; in Thailand sind Demonstrationen um den UN-Klimagipfel in Bangkok geplant; in Afrika treffen sich lokale Entscheidungsträger, um den Übergang zu einer sozial gerechten und fairen Energieversorgung zu beschleunigen.

 

 

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