LBBW: Ende der Finanzierung von Klima schädigenden Kohle-, Öl- und Gasunternehmen!

Stuttgart, 31. Mai 2017 – Anlässlich der diesjährigen Hauptversammlung der Landesbank Baden-Württemberg übergab die Klimaschutzgruppe Fossil Free Stuttgart eine Petition mit über 9.000 Unterschriften mit dem Ziel des Divestments der LBBW. Stellvertretend für die verhinderte Ministerin Sitzmann nahm Frau Staatssekretärin Splett die Petition bereits am 29.05.2017 entgegen und sagte zu, die Petition an die Mitglieder der Hauptversammlung weiterzuleiten.

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Am Morgen der Hauptversammlung zeigte Fossil Free Stuttgart dann mit einem Aktionsstand Präsenz vor dem Sitz der LBBW in Stuttgart. Die Gruppe lud die Mitglieder von Aufsichtsrat und Vorstand im Vorfeld ein, sich dort eines von 27 Kunstwerken abzuholen, die die Folgekosten öffentlicher Investitionen in fossile Brennstoffe thematisieren. Die im Rahmen der Globalen Divestment Mobilisierung entstandenen Werke „verbildlichen sowohl das freundliche Antlitz des heutigen Wohlstands, der auf viel zu billigen fossilen Rohstoffen beruht, als auch die Fratze der Entbehrungen zukünftiger Generationen”, so der Künstler Uli Schmidt.

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Fossil Free Stuttgart setzt sich seit 2016 in einem Bündnis mit 350.org, Campact e. V., Facing Finance, Südwind und urgewald dafür ein, dass die Landesbank Investitionen in und die Finanzierung von Kohle-, Öl- und Gasunternehmen beendet, da diese Hauptverursacher des Klimawandels sind.

 

Dabei erhalten die Klimaschutzgruppen durchaus Rückendwind aus der Politik. Nach Frau Staatssekretärin Splett ist „Klimaschutz eine der größten Herausforderungen für die Menschheit.” Die ebenfalls zur Petitionsübergabe geladene Landtagsabgeordnete Thekla Walker, MdL, ergänzte: „Divestment als ein Geschäftsmodell für die Zukunft. Nachhaltige Investitionen bzw. Divestment sind die Garantie dafür, dass man auch in Zukunft schwarze Zahlen schreiben kann.“

Sogar im Koalitionsvertrag der grün-schwarzen Landesregierung von 2016 steht: „Das Land unterstützt die Landesbank auf dem Weg zur Entwicklung einer Divestment-Strategie.”

„Diesen Worten müssen nun Taten folgen. Doch die Landesbank Baden-Württemberg stiehlt sich aus der Verantwortung”, so Carolin Jaschek von Fossil Free Stuttgart.

In einem Antwortschreiben in Bezug auf einen offenen Brief des Aktionsbündnisses lehnt die LBBW weiteres Handeln zugunsten einer klimafreundlichen Anlagestrategie ab und begründet: „Unsere Kunden aus der Energiebranche begleiten wir bei der Transformation hin zu nachhaltigen Geschäftsmodellen.” Wie die LBBW dies tut, wird nicht ersichtlich.

Ausschlusskriterien hält die LBBW für „nicht zielführend” obwohl sie eine eigene und nach außen hin sehr ambitionierte Nachhaltigkeitspolitik verfolgt.

„Wenn sich sogar die Deutsche Bank wegen der Pariser Klimaziele aus der Kohleprojektfinanzierung zurückzieht, muss auch die LBBW handeln. Trotz ihrer eigenen Klimaschutzziele finanzierte die Landesbank auch in 2016 und 2017 Glencore, einen der weltweit größten Kohleproduzenten und -händler”, so Jaschek weiter.

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Im Rahmen ihrer Kampagne hat die Gruppe Fossil Free Stuttgart ein Video produziert, das unter folgendem Link aufgerufen werden kann: LBBW Divest Video. Weitere Aktionen sollen folgen, diese werden über die Website und den Facebook-Account von Fossil Free Stuttgart angekündigt.

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LBBW Divest!

Unsere aktuelle Kampagne für nachhaltige Geldanlagen der Landesbank Baden Württemberg nimmt immer mehr Fahrt auf. Am Montag, 29.05.2017 um 16 Uhr wird Gisela Splett, Staatssekretärin im Finanzministerium, stellvertretend für Ministerin Sitzmann unsere Petition in Empfang nehmen, die derzeit schon knapp 9.000 Unterschriften aufweist. Ein starkes Argument für einen Ausstieg aus der fossilen Wirtschaft, meinen wir! Am Mittwoch, den 31.05.2017, soll die Petition der Hauptversammlung der LBBW vorgelegt werden.

Als Teil der laufenden Kunstperformance ZAHLEN! werden wir am Mittwoch am Rande der LBBW-Hauptversammlung versuchen, möglichst viele von 27 Gemälden an die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates zu verschenken. Kunst muss endlich so billig wie die fossilen Rohstoffe sein! So wie erst unsere Nachkommen teuer für unsere Kostenexternalisierung zu zahlen haben werden, werden auch die Werke aller ordentlichen Künstler erst posthum so richtig teuer! DIVEST NOW für gerechte Preise!

GDM in Stuttgart – eine Bilanz

Ganze 10 Tage Globale Divestment Mobilisierung liegen hinter uns. Tolle Aktionen, berührende Bilder, Aufmerksamkeit für Klimawandel und seine Folgen, mehr Druck auf Politiker*innen endlich zu handeln.Auch in Stuttgart waren wir an zwei Tagen aktiv dabei:

Film Screening – Before the Flood

Rund 40 Interessierte haben sich zum Stuttgarter Auftakt der Globalen Divestment Mobilisierung am Sonntag, den 7. Mai, im Umweltzentrum eingefunden, um gemeinsam die Doku „Before the Flood“ anzusehen.

In gemütlicher Atmosphäre, und gut versorgt mit Popcorn, Brot, Bier und Saft, sind wir Leonardo DiCaprio um die Welt gefolgt, an verschiedene Hotspots des Klimawandels. Am Ende des Filmes wird die Dringlichkeit betont, sich jetzt für eine Änderung starkzumachen, damit keine Gelder mehr in fossile Brennstoffe gesteckt werden. So heißt es in der letztes Bildeinstellung IT IS UP TO ALL OF US. Wer sich von diesem Appell direkt motiviert fühlt, oder auch einfach mal bei uns reinschnuppern möchte, ist herzlich zu unserem nächsten Treffen am Montag, den 15. Mai, eingeladen!

Dosenwerfen und Zahlen!

Direkt vor einer BW-Bank-Filiale auf der Königsstraße haben wir am darauffolgenden Donnerstag, den 11. Mai, unseren Stand aufgebaut. Passant*innen hatten die Möglichkeit sich zu informieren, zu diskutieren und beim Dosenwerfen symbolisch fossile Brennstoffe zu füsilieren. Zu gewinnen gab es „gutes Öl“ – und zwar aus nachwachsenden Rohstoffen in Form von Speiseöl, das wir von der Ölmanufaktur Rilli und von Taste of Koroni gesponsert bekommen haben. Zu unserer Freude ist auch die Petition, mit der wir die LBBW zum Divestment auffordern, um einige Unterschriften gewachsen.


Mit seiner Performance “ZAHLEN!” war der Stuttgarter Künstler und Mitglied von Fossil Free Stuttgart, Ulrich Schmidt, Teil unserer Aktion. Mit einer umfangreichen 27-teiligen Serie von Acrylgemälden fand er ein Bild für die Externalisierung der Kosten, die bei der Verwendung fossiler Brennstoffe anfallen. Jedes Mitglied des Vorstands und des Aufsichtsrats der LBBW wird von ihm in den kommenden Tagen als Geschenk eines der Gemälde erhalten, welche die Geschichte des “doch nicht geschenkten Myrtenzweig” erzählen. Die Performance wird fotografisch und filmisch festgehalten und die Dokumentation wird sowohl dem Künstler, als auch Fossil Free zur Verfügung stehen.

Am 11.5. konnte keine der Arbeiten an die Adressaten übergeben werden, es fand aber ein Gespräch mit Gisela Splett statt, der Staatssekretärin des baden-württembergischen Finanzministeriums.

Wir hoffen, dass die Führungsriege der Bank erkennt, dass der enorme Aufwand, den die Performance mit sich brachte, ein Zeichen dafür ist, dass die heutige Generation einen großen Einsatz zu leisten hat, um zukünftige Generationen vor den katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels zu schützen.