Globale Divestment Mobilisierung in Stuttgart!

Während Marktführer den Klimawandel leugnen und drohen, Maßnahmen gegen ihn zu verhindern, fordern Tausende Menschen auf der ganzen Welt den Stopp von Investitionen in fossile Brennstoffe, um die wachsende Bedrohung der Klimafolgen aufzuhalten. Vom 5.-13. Mai 2017 werden lokale Divestment-Kampagnen weltweit zur Globalen Divestment Mobilisierung Vorträge, Filmvorführungen und kreative Aktionen durchführen, um die Folgen öffentlicher Investitionen in fossile Brennstoffe anzuprangern.

Auch in Stuttgart beteiligen wir uns mit zwei Events an der globalen Aktion:

Sonntag, 07. Mai 2017

FREE FILMSCREENING „BEFORE THE FLOOD“

Umweltzentrum, Rotebühlstraße 86/1
Open House ab 19:30 Uhr, Filmbeginn um 20:30 Uhr mit Snacks und Getränken

In der gut 90-minütigen Doku (Regie: Fisher Stevens) betrachtet Leonardo DiCaprio wie der Klimawandel unsere Umwelt verändert und was wir tun können, um der Bedrohung der Biodiversität, Ökosystemen und indigener Gemeinschaften überall auf der Welt zu begegnen.

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Donnerstag, 11. Mai 2017,

POLITISCHE GESPRÄCHE UND DOSENWERFEN

12:30 – 20:00 Uhr, Königstraße 3

Auf der Königstraße laden wir Passant*innen dazu ein beim Dosenwerfen Kohle, Öl und Gas symbolisch abzuschießen. Zu diesem Anlass laden wir Politiker*innen und die Vorstandsvorsitzenden und den Aufsichtsrat der LBBW zum Gespräch am Stand ein, zum Beispiel über die geplante Änderung des Investitionsportfolios im Zusammenhang mit dem Pensionsfonds der baden-württembergischen Beamten, wo es weitere nachhaltige Möglichkeiten für die baden-württembergischen Finanzen gibt und wo die LBBW auf dem Weg zur im grüne-schwarzen Koalitionsvertrag festgehaltenen Divestment-Strategie steht.

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HINTERGRUND

2016 war das heißeste Jahr aller Zeiten – ein Rekord, der zum dritten Mal in Folge gebrochen wurde. Die Auswirkungen des Klimawandels zerstören die Existenzgrundlage von Menschen auf der ganzen Welt und es trifft dabei diejenigen, die am wenigsten zu der Krise beigetragen haben, am allerschlimmsten. Die Kohle-, Öl- und Gasindustrie hat diese Krise in den letzten 50 Jahren wissentlich vorangetrieben, indem sie eine Verleumdungs- und Täuschungskampagne finanziert hat, um ihren Würgegriff auf unsere Wirtschaftssysteme aufrechtzuhalten.

Die Globale Divestment Mobilisierung stellt einen neuen Wendepunkt für die globale Bewegung zum Divestment aus Kohle, Öl und Gas dar. Zehntausende fordern weltweit gemeinsam Institutionen und Einzelpersonen auf, Investitionen in Kohle-, Öl- und Gaskonzerne zu beenden und sich so von ihrem zerstörerischen Geschäftsmodell zu distanzieren. Dadurch soll der Industrie die öffentliche Akzeptanz genommen und ihr politischer Einfluss geschwächt werden.

Bereits über 700 Institutionen weltweit haben sich der Divestment-Bewegung angeschlossen. Zusammen verwalten sie ein Gesamtvermögen von 5,46 Billionen US-Dollar. In Deutschland haben sich unter anderem die Städte Münster und Stuttgart und die Evangelische Landeskirche Hessen-Nassau dazu verpflichtet, Kohle, Öl und Gas aus ihren Geldanlagen zu verbannen. Das Presseversorgungswerk, die Berliner Ärzteversorgung und die Allianz haben ihre Kohle-Investitionen zurückgefahren. Die Deutsche Bank hat sich nach jahrelangen Protesten aus der Finanzierung von Kohleprojekten zurückgezogen.

Über Fossil Free Stuttgart:
Ehrenamtliche starteten 2015 die Öffentlichkeitsarbeit von Fossil Free Stuttgart. Knapp ein Jahr später, im Juli 2016, entscheidet sich der Stuttgarter Gemeinderat für nachhaltige Anlagerichtlinien und damit unter anderem gegen Investitionen in Kohle, Öl und Gas aus Fracking – konkret bedeutet das, dass etwa 75 der 600 Stoxx-Europe Unternehmen von der städtischen Vermögensanlage ausgeschlossen werden.
Das Stuttgarter Team ist Teil der internationalen Bürgerbewegung ‚Fossil Free‘, die von der Klimaschutzorganisation 350.org und Bill McKibben, Träger des Alternativen Nobelpreises 2014, initiiert wurde. In Deutschland sind 25 Divestment-Initiativen aktiv, weltweit über 1.300. Sie fordern Divestment von Universitäten, Städten, Kirchen, Stiftungen, Pensionsfonds und anderen Investoren.

Über 350.org:
350.org baut eine globale basisdemokratische Klimabewegung auf, die unsere Politiker*innen basierend auf wissenschaftlicher Fakten und Grundsätzen der Gerechtigkeit zur Verantwortung ziehen kann. Online-Kampagnen, Basisorganisationen und öffentliche Großaktionen verbinden ein globales Netzwerk, das in mehr als 188 Ländern aktiv ist. Die Zahl 350 steht für Klimasicherheit: Wir müssen laut Wissenschaft die heutige CO2-Konzentration in der Atmosphäre von über 400 ppm auf unter 350 ppm reduzieren.

Neues vom Pensionsfonds BW

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Die taz hat heute einige interessante Informationen veröffentlicht im Artikel „CDU warnt vor grüneren Geldanlagen“. Abgesehen von der rückwärtsgewandten Einstellung des Koalitionspartners CDU gibt es auch gute Neuigkeiten zu lesen:

Bis spätestens zur Sommerpause will das Haus von Finanzministerin Sitzmann den ethischen Investitionsleitfaden nun durch den Beirat bringen.

Wir sind gespannt und schauen weiter hin!