Aktionstag „Klimabewusstes Reisen“ im Rahmen der CMT

 

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Klimabelastung pro Fahrgast bei einer Reise von 1500 km, Quelle: UBA, 2012; KUS Stuttgart

WANN
Samstag, 21. Januar 2017, 10.30 Uhr bis 14 Uhr

WO
Messe-Piazza, Messe Stuttgart

WAS
Das Klima- und Umweltbündnis Stuttgart KUS lädt zusammen mit dem Verkehrsclub Deutschland Kreisverband Stuttgart und dem Allgmeinen Fahrradclub Ortsgruppe Stuttgart bereits zum fünften Mal ein zum Aktionstag klimafreundliches Reisen.
Die Veranstaltung findet anlässlich der CMT Messe Caravan Motor Touristik am Samstag, 21.01.2017 von 10.30 Uhr bis 14 Uhr auf der Messepiazza am Eingang zur Messe statt. An einem Stand informieren die Gruppen über die Klimaauswirkungen, die unterschiedliche Arten des Reisens haben. Besonders Fliegen verursacht hohe spezifische CO2-Emissionen und hat eine erhebliche Erwärmungswirkung. Dies werden wir in einem Straßentheater veranschaulichen.

WARUM
Klimafreundliche Flugreisen sind jetzt und werden in naher Zukunft nicht möglich sein!
KUS-Koordinator Dieter Bareis :“Die Wahl des Verkehrsmittels bei Urlaubsreisen wirkt sich sehr drastisch auf die CO2-Bilanz einer Person aus. Wer hätte gedacht, dass ein Flug nach Mallorca in der Economy-Class im Blick auf den Klimawandel schon der Wirkung von fast einer halben Tonne CO2 entspricht? Und das pro Passagier, nicht pro Flugzeug. Ein Flug nach Australien führt pro Passagier etwa zu gleich viel Erwärmung wie 10 t CO2, was fast dem gesamten jährlichen Pro-Kopf-Ausstoß an CO2 eines durchschnittlichen Deutschen entspricht oder dem eines Menschen in Tansania während seines ganzen Lebens.“ Mit einem Emissionsrechner kann man zum Beispiel bei der gemeinnützigen Organisation Atmosfair die Daten selbst nachprüfen (unter http://www.atmosfair.de).

2016 wurden weltweit 3,7 Milliarden Passagiere transportiert, bis 2035 könnte sich der globale Flugverkehr laut Luftfahrtorganisation IATSA verdoppeln.  Die Emissionen durch den Luftverkehr wachsen Jahr für Jahr  stärker als die gesamten globalen Treibhausgasemissionen. Die Erderwärmung lässt sich so kaum auf noch bewältigbare 2°C oder gar 1,5°C begrenzen. Mit alternativen Antrieben (außer Biosprit, der die Probleme nicht lösen kann) ist laut einer Studie der TU Darmstadt bis 2050 nicht zu rechnen. Um den EU-Kerosinbedarf mit Algensprit zu decken, wäre eine Fläche so groß wie Portugal nötig –  Fläche in dieser Größenordnung steht nirgendwo zur Verfügung.
Bareis weiter: „Uns ist es wichtig, die Leute zu informieren. Jede und jeder wählt das Verkehrsmittel für die Urlaubsreise selbst. Um sich klimabewusst entscheiden zu können, braucht man die entsprechenden Informationen, die wir, gründlich recherchiert, in einem „Flug-Blatt“ zusammengefasst haben.“ Wenn sich ein Fliug nicht vermeiden lässt, kann man zum Ausgleich Klimaschutzprojekte mit einem finanziellen Beitrag unterstützten. Die gemeinnützige Organisation „atmosfair“ verbreitet zum Beispiel in Ruanda effiziente Holzkocher, die den CO2-Ausstoß drastisch reduzieren.

Dieter Bareis:„Wir setzen aber nicht nur beim Reisenden an. Die Politik muss faire Rahmenbedingungen für das Reisen schaffen. Es kann nicht sein, dass das klima- und umweltfreundliche Reisen mit der Bahn steuerlich stärker belastet wird als das klimaschädliche Fliegen! Kerosin und laute Flugzeuge müssen besteuert werden! 2012 wurde der Flugverkehr in Deutschland durch die Energiesteuerbefreiung des Kerosins und die Mehrwertsteuerbefreiung für internationale Flüge laut Umweltbundesamt mit 12 Milliarden Euro begünstigt  –  zum Nachteil der klimafreundlicheren Bahn.
Außerdem fordern wir eine Informationspflicht der Reiseveranstalter über den mit einer Reise verbundenen Treibhausgasausstoß.
Von den Reiseanbietern fordern wir u.a., transparent über die mit einer Reise verbundenen Klimaauswirkungen zu informieren, damit der Kunde eine Entscheidungsgrundlage hat. Am besten sorgt schon der Reiseanbieter für einen Emissionsausgleich.“
Auch Kreuzfahrten und Reisen mit dem eigenen Auto oder Caravan, die im Durchschnitt Jahr für Jahr mehr PS haben, sind alles andere als klimafreundlich.
Wir empfehlen als Klimafreundliche Alternativen Wander-, Rad- und Städtetouren mit Start von zuhause aus oder mit Anreise per Bus oder Bahn.

WER
In Stuttgart ruft das Klima- und Umweltbündnis Stuttgart  zu klimabewusstem Reisen auf.
Dem Klima- und Umweltbündnis Stuttgart KUS gehören inzwischen 29 Bürgerinitiativen, Umweltverbände, Vereine und zahlreiche Einzelpersonen an (unter anderem auch wir, Fossil Free Stuttgart, und der BUND Kreisverband Stuttgart). Es ist somit der größte Zusammenschluss zu dieser Thematik im Stuttgarter Raum. Ziel des Bündnisses ist es, auf demokratischer und überparteilicher Grundlage eine Politik der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes in Stuttgart durchzusetzen. Es will damit einen Beitrag zum Schutz des Klimas unserer Erde auf regionaler Ebene leisten und auf die notwendige Wende in der Energiepolitik hinarbeiten.

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Vortrag und Diskussion: Klimaschutz – Divestment – Kommunalpolitik

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Was:
Vortrag und Diskussion mit Carolin Jaschek (Fossil Free Stuttgart) und Christoph Ozasek (Die Linke)
Moderation: Regina Birner

Wann:
Mittwoch, der 1. Februar 2017, um 18:00 Uhr

Wo:
In der Thomas-Müntzer-Scheuer,
Emil-Wolff-Str. 20,
Stuttgart Hohenheim

Worum gehts:
Investitionen in fossile Energien boomen an den Finanzmärkten,  trotz des UN-Klimarahmenabkommens und des politisch formulierten Ziels der Dekarbonisierung bis spätestens Mitte des Jahrhunderts.

Hier setzt die Divestment-Bewegung an: mit dem Abzug öffentlicher Gelder aus Kohle, Öl & Gas hat sie ein finanzielles Instrument für den Klimaschutz gefunden.

Die Änderung des Anlageverhaltens auf den Finanzmärkten ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer sozial-ökologischen Wende der Gesellschaft.

Die Divestment-Aktivistin Carolin Jaschek (Fossil Free Stuttgart) und der Stadtrat Christoph Ozasek (Die Linke) berichten von der erfolgreichen Stuttgarter Divestment-Kampagne, die 2016 zu der Entscheidung beitrug, dass die Stadt Stuttgart ihre sämtlichen Finanzanlagen nach nachhaltigen Kriterien umschichtet.

Und war das alles oder geht es noch weiter mit Divestment in Stuttgart?

Veranstaltet durch: Referat für politische Bildung, Asta Uni Hohenheim