Veranstaltung: Wie weiter nach dem Klimagipfel?

Wir freuen uns bei der SOFa-Veranstaltung „Wie weiter nach dem Klimagipfel?“ dabei sein zu dürfen:

Sonderveranstaltung im Rahmen des Stuttgart Open Fair 2016
Donnerstag, 17. Dezember 2015, 20:00 Uhr
Tanzsaal, FORUM 3, Gymnasiumstr.21, Stuttgart-Mitte

Der Klimawandel hat spürbare Auswirkungen auf Mensch und Umwelt in der ganzen Welt. Vielerorts verschärft die globale Erwärmung Konflikte um Wasser und Boden und führt dazu, dass Menschen ihre Heimat verlassen müssen. Die Ursachen des Klimawandels liegen u.a. im Verbrennen fossiler Rohstoffe, bei deren Gewinnung Menschenrechte missachtet und Naturräume zerstört werden. Das aktuelle internationale Wirtschaftssystem basiert auf einem Wachstum, das die Ausbeutung von Mensch und Natur, aber auch globale soziale Ungerechtigkeiten stetig vorantreibt.
Wir sagen: Schluss damit!

Einschätzungen aus der Stuttgarter Zivilgesellschaft u.a. mit

  • Tobias Haas (Universität Tübingen)
  • Helene Heyer (Junges Umwelt Bündnis Stuttgart/ Climate Parade)
  • Francesco Maltoni (Fossil Free Stuttgart)
  • Paulino Miguel (Forum der Kulturen Stuttgart e.V.)
  • Elena Muguruza (Eine-Welt-Promotorin beim Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg)

Austausch über gemeinsame Aktionen mit allen, die da sind.
Moderation: Marieke Kodweiß (Stuttgart Open Fair)

Nun, da der UN-Klimagipfel in Paris stattgefunden hat, fragen wir:

  • Wohin bewegt sich diese Welt, welche Ausrichtung nimmt die internationale Klima- und Entwicklungspolitik?
  • Welche Möglichkeiten haben wir in Stuttgart gemeinsam für eine gerechte Klimapolitik aktiv zu werden?

Es sind alle herzlich eingeladen ihre Perspektiven auf den Klimagipfel und die Auswirkungen auf die lokale Ebene mit uns zu diskutieren.

Advertisements

Eindrücke von der COP21

©My Eye-Fi Photos_Yann Levy©My Eye-Fi Photos_Yann Levy

Fossil Free Stuttgart war am 12.12. mit drei Aktivisten sowohl an der Rote-Linie-Aktion als auch an der Menschenkette unter dem Eifelturm in Paris präsent.

Was wir gelernt haben ist, dass die Weltpolitik grundsätzlich den Stand der Wissenschaft, also die Zielsetzung von 1.5-2°C, wahrgenommen hat und das im heutigen Wirtschaftsszenario (die Versprechen der Staaten). Zwischen dem Soll- und dem Ist-Stand liegt immer noch eine Lücke von 1-1.5°C: ein Unterschied zwischen einem nicht so freundlichen und einem unbewohnbaren Klima.

Im Gegensatz zu den vorherigen Klimagipfeln waren die Ergebnisse geprägt von:
– der Kreativität, Souveränität und Willensstärke vieler Aktivisten und Weltbürger, die in einer sehr angespannten Umgebung friedlich und stark erheblichen Druck auf die Entscheidungsträger ausgeübt haben.
– der Innovationskraft der nachhaltig orientierten Unternehmen, die zweifellos gezeigt haben, dass eine Welt von erneuerbaren Energien, Energieeffizienz, nachhaltiger Mobilität, Cradle to Cradle-Produkten, regionaler und gesunder Ernährung und Landwirtschaft nicht nur möglich sondern wünschenswert ist.
– dem Dialog mit den Institutionen, die sich langsam und schüchtern zur hin Zivilgesellschaft  geöffnet haben.
– dem Beweis der Finanzwelt, dass „Business as usual“ den Kurs für eine wirtschaftliche und soziale Katastrophe darstellt.

All diese Faktoren haben den Unmut der Politik stark übertroffen, und so müssen wir weiter machen, um eine Chance zu haben ein lebensfreundliches Klima zu retten: Die Verantwortung und die Fähigkeit liegen nicht bei der politische Elite, sondern auf den lokalen Ebenen der Stadt- und Landespolitik, den mittelgroßen Unternehmen und den aktiven Bürgergruppen.

Stuttgart wird eine große Rolle spielen. Denn die Stadt emittiert soviel CO2 wie der Staat Paraguay, und ihr fehlen weder engagierte noch hart arbeitende Bürger.

Das Ziel ist klar.
Der Start ist jetzt.
Die Mittel haben wir.
Den Willen… auch.

Ein erster Schritt: Unterschreibe unsere Petition und setz Dich damit für ein schnelles Divestment in unserer Stadt ein!

Fossil Free Stuttgart bei der Climate Parade

Letzte Vorbereitungen vor der Climate Parade: Die Carbon Bubble bekommt ein Regenmäntelchen! Das herbstliche Wetter hält uns ebenso wenig wie die anderen ca. 500 Demonstranten davon ab, am 28. November 2015 lautstark unsere Forderungen im Zusammenhang mit der COP21 durch die Stuttgarter Innenstadt zu tragen.

SAM_6082Demozug mit Angela Merkel, dem Weltbankreport, der Kohlenstoffblase und Barack Obama © Fossil Free Stuttgart

In Kooperation mit dem Jugend Umwelt Bündnis ist Fossil Free Stuttgart Teil des bunten Zugs mit dem Motto “It’s our fucking future”. Unsere Message ist noch eine Nummer konkreter: Divest Stuttgart! Das bedeutet, wir fordern, dass öffentliche Gelder raus müssen aus Kohle, Öl und Gas und in erneuerbare Energieträger investiert werden. Und um zu zeigen, dass das nicht nur Klimaaktivisten fordern, sondern ein Anliegen ist, das auch die großen Köpfe dieser Welt unterstützen, haben wir sie einfach mitgenommen zur Demo. Verkleidet als Angela Merkel, Ban-Ki Moon, Papst Franziskus, Barack Obama, Christine Lagarde und Weltbankreport, die ihre Aussagen zum Thema Klimaschutz und Divestment in Sprechblasen mit sich tragen, hüpfen und marschieren wir in der Stuttgarter Version des People’s Global Climate March. Weltweit brachte der am Aktionswochenende zum Auftakt der Pariser Klimaverhandlungen  mehr als 785.000 Menschen auf die Straßen.

SAM_6166Kohlenstoffblase, Barack Obama, Papst Franziskus, Angela Merkel, Ban Ki-Moon und der Weltbankreport stehen den Stuttgarter Aktivsiten zur Seite © Fossil Free Stuttgart

Die Kohlenstoffblase / Carbon Bubble ist eines der Schlüsselargumente unserer Kampagne. Sie bezeichnet die aufgeblähte Investitionsblase in fossile Brennstoffe und ist das Ergebnis einer Überbewertung von Kohle-, Öl- und Gasreserven. Diese berücksichtigt nicht, dass der Großteil der fossilen Reserven einem hohen Risiko ausgesetzt ist, unverwertbar zu sein, sobald entsprechende Umweltgesetze in Kraft treten. Damit würden sie als sogenannte stranded assets stark oder gar ganz an Wert verlieren. D.h. mit unserer Forderung “Divest Stuttgart!” wollen wir nicht nur das Klima, sondern auch die öffentlichen (Steuer-)Gelder vor einer Entwertung schützen.

SAM_6081Fossil Free Stuttgart drängt die Stadt Stuttgart zu Divestment © Fossil Free Stuttgart

Die weltweite Fossil Free Bewegung entstand 2012 in den USA als Kampagne der NGO 350.org und ist inzwischen auf allen Erdteilen zu finden. Um die Einhaltung des 2°-Ziels der internationalen Staatengemeinschaft zu sichern, kämpfen lokale Gruppen für das Divestment ihrer Stadt, Universität, Kirche oder anderer öffentlicher Institutionen. Vielerorts ist diese Forderung bereits Wirklichkeit: Über 500 Institutionen haben sich inzwischen der Divestment-Bewegung angeschlossen. Zusammen verwalten sie ein Gesamtvermögen von 3,4 Billionen US-Dollar. Im November verpflichtete sich Münster als erste deutsche Stadt zu Divestment. Ist Stuttgart als nächstes dran?

Gewöhnlich trifft sich unsere Gruppe dienstags um 18:30 Uhr im UWZ in der Rotebühlstraße 86/1. Wir freuen uns, wenn Du mal vorbeischaust! Mehr Infos und Kontakt über Facebook, unsere Website oder per Mail an .

Weitere Berichte zur Climate Parade von der Stuttgarter Zeitung, der SWR Landesschau Aktuell vom 28.11.2015 (Stuttgart ca. ab 1:46) und den Beobachter News vom 30.11.2015. Mehr Fotos der Demo findet ihr auf unserer Facebookseite.